Bremer Vermieter verzichten häufig bewusst auf Mieterhöhungen
Vermieterbefragung 2026 widerlegt das Bild des renditeorientierten Vermieters
Das in der öffentlichen Diskussion häufig gezeichnete Bild des renditeorientierten Vermieters findet in der aktuellen Vermieterbefragung 2026 von Haus & Grund Bremen keine Bestätigung. „Die Ergebnisse zeigen vielmehr, dass private Vermieter im Land Bremen bei Mieterhöhungen überwiegend zurückhaltend handeln und vielfach bewusst auf mögliche Erhöhungen verzichten.
Von den 93 befragten Bremer Vermietern erhöhen lediglich neun – und damit knapp zehn Prozent – ihre Mieten regelmäßig, entsprechend der allgemeinen Marktentwicklung. Demgegenüber passen 28 Vermieter ihre Mieten nur alle drei bis fünf Jahre an. Weitere 23 Vermieter verzichten über längere Zeiträume vollständig auf Mieterhöhungen. 14 Vermieter erhöhen bestehende Mieten grundsätzlich nicht, während elf Befragte ausdrücklich angeben, aus Rücksicht auf langjährige Mieter, auf mögliche Anpassungen zu verzichten.
Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass die Realität privater Vermieter wenig mit dem Bild gemein hat, das häufig in der politischen Debatte vermittelt wird. Die große Mehrheit unserer Mitglieder schöpft die rechtlichen Möglichkeiten zur Mieterhöhung gerade nicht regelmäßig aus. Viele Vermieter entscheiden sich bewusst für langfristig stabile Mietverhältnisse und verzichten zugunsten ihrer Mieter auf wirtschaftlich mögliche Einnahmen“, erklärt Ingmar Vergau, Geschäftsführer des Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
„Die Bremer Ergebnisse entsprechen weitgehend den bundesweiten Erkenntnissen der Vermieterbefragung von Haus & Grund Deutschland und der Humboldt-Universität zu Berlin. Auch dort zeigt sich, dass private Vermieter ihre Mietwohnungen überwiegend langfristig bewirtschaften und nicht kurzfristige Renditemaximierung, sondern Werterhalt, Verlässlichkeit und ein gutes Verhältnis zu ihren Mietern im Vordergrund stehen“, analysiert Vergau.
Nach Auffassung von Haus & Grund Bremen werde dieser Aspekt in der wohnungspolitischen Diskussion häufig übersehen. Während regelmäßig über weitere Einschränkungen bei Mieterhöhungen diskutiert werde, zeigten die Befragungsergebnisse, dass die meisten privaten Vermieter bereits heute äußerst verantwortungsvoll handelten.
„Private Vermieter sind keine anonymen Wohnungskonzerne. Viele vermieten nur wenige Wohnungen, leben in unmittelbarer Nähe ihrer Mieter oder sogar im selben Haus. Daraus entstehen häufig langjährige Mietverhältnisse, gegenseitiges Vertrauen und ein hohes Maß an sozialer Verantwortung. Dieses Engagement verdient mehr Anerkennung, anstatt private Eigentümer immer wieder unter Generalverdacht zu stellen“, so Vergau weiter.
Die Vermieterbefragung verdeutliche zugleich, dass immer neue gesetzliche Eingriffe in das Mietrecht die tatsächlichen Ursachen steigender Wohnkosten nicht beseitigten. Statt zusätzlicher Regulierung brauche es politische Rahmenbedingungen, die private Investitionen in den Wohnungsbestand fördern und Planungssicherheit schaffen. „Gerade die vielen kleinen privaten Vermieter sind unverzichtbar für einen funktionierenden Wohnungsmarkt in Bremen und Bremerhaven“, erklärt Vergau.
Hintergrund
Die Bremer Ergebnisse basieren auf der bundesweiten Vermieterbefragung 2026 von Haus & Grund Deutschland und der Humboldt-Universität zu Berlin. Für Bremen und Bremerhaven wurden die Antworten der Mitglieder des Haus & Grund Landesverband Bremen gesondert ausgewertet und mit den bundesweiten Ergebnissen verglichen. An der bundesweiten Vermieterbefragung beteiligten sich knapp 24.000 private Eigentümer. Die gesamten Ergebnisse der Bundesbefragung finden Sie hier: Vermieterbefragung 2026 https://www.hausundgrund.de/vermieterbefragung .
Der Haus & Grund Landesverband Bremen e.V. vertritt die Interessen von mehr als 7.500 privaten Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümern im Land Bremen. Die privaten Eigentümer stellen den überwiegenden Teil des Mietwohnungsbestandes in Bremen und Bremerhaven und sind ein unverzichtbarer Partner für die Wohnraumversorgung.