Vermieterbefragung 2026: Bremer Eigentümer verlieren das Vertrauen in die Wohnungspolitik
Haus & Grund Bremen warnt vor weiterem Rückzug privater Vermieter aus dem Wohnungsmarkt
Die Ergebnisse der aktuellen Vermieterbefragung 2026 von Haus & Grund Deutschland und der Humboldt-Universität zu Berlin zeigen eine alarmierende Entwicklung: Immer mehr private Vermieter denken darüber nach, sich aus der Vermietung zurückzuziehen. Die Bremer Teilauswertung fällt dabei sogar noch kritischer aus als die bundesweiten Ergebnisse.
Danach halten 63,8 Prozent der befragten Bremer Vermieter es für wahrscheinlich, ihre Vermietungstätigkeit ganz oder teilweise aufzugeben und Wohnraum zu verkaufen, falls die derzeit diskutierten weiteren mietrechtlichen Regulierungen umgesetzt werden. Bundesweit liegt dieser Wert bei 60,5 Prozent.
„Diese Zahlen müssen ein Weckruf für die Politik sein“, erklärt Ingmar Vergau, Geschäftsführer vom Haus & Grund Landesverband Bremen e.V. „Wer immer neue Vorschriften, Verbote und Eingriffe in das Mietrecht fordert, riskiert, dass private Eigentümer dem Wohnungsmarkt den Rücken kehren. Damit verschärft sich die Wohnraumknappheit weiter.“
Private Eigentümer stellen nach Angaben von Haus & Grund Deutschland mehr als 63 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland. In Bremen wird der Mietwohnungsmarkt sogar noch stärker von privaten Vermietern geprägt. Viele dieser Eigentümer besitzen lediglich ein oder zwei Wohnungen und investieren eigenes Vermögen in den Erhalt und die Modernisierung ihrer Immobilien.
Die Befragung zeigt zugleich deutlich, warum dringend notwendige Investitionen häufig unterbleiben. 66,4 Prozent der Bremer Befragten nennen eine fehlende Rentabilität als größtes Modernisierungshemmnis. Fast jeder dritte Eigentümer sieht komplizierte mietrechtliche Anforderungen als Problem, 27,7 Prozent beklagen bürokratische Hürden.
„In der politischen Diskussion wird häufig der Eindruck erweckt, private Vermieter müssten lediglich stärker reguliert werden, damit mehr investiert wird. Die Realität sieht genau umgekehrt aus“, so Vergau. „Wer Investitionen in Klimaschutz, Barrierefreiheit oder energetische Sanierungen will, muss dafür sorgen, dass sich diese Investitionen wirtschaftlich tragen können.“
Bemerkenswert ist zudem, dass 72,2 Prozent der Bremer Eigentümer Investitionen überwiegend aus Eigenkapital finanzieren. Gleichzeitig gaben 57 Prozent an, bislang keinerlei Förderprogramme genutzt zu haben.
„Das zeigt, dass private Eigentümer bereits heute erhebliche Eigenleistungen erbringen. Statt immer neuer Vorschriften braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und eine Politik, die Investitionen ermöglicht statt verhindert“, betont Vergau.
Haus & Grund Bremen fordert deshalb von Senat und Bundesregierung einen Kurswechsel in der Wohnungspolitik. Anstelle weiterer Verschärfungen des Mietrechts seien mehr Neubau, schnellere Genehmigungen, steuerliche Anreize und verlässliche Rahmenbedingungen notwendig.
„Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch immer neue Regulierungen. Bezahlbarer Wohnraum entsteht dort, wo Eigentümer bereit und in der Lage sind zu investieren. Genau diese Bereitschaft wird derzeit zunehmend gefährdet“, warnt Vergau abschließend.
Hintergrund:
An der bundesweiten Vermieterbefragung 2026 von Haus & Grund Deutschland beteiligten sich knapp 24.000 private Eigentümer. Die Befragung wurde wissenschaftlich von der Humboldt-Universität zu Berlin ausgewertet. Die gesamten Ergebnisse der Befragung finden Sie hier. Vermieterbefragung 2026 https://www.hausundgrund.de/vermieterbefragung . Für Bremen liegt eine gesonderte Teilauswertung vor.