WohnKlima-Panel
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Die energetische Modernisierung des Gebäudebestands ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Wer die Klimaziele im Gebäudesektor erreichen will, muss jedoch die tatsächlichen Entscheidungsbedingungen der Eigentümer kennen. Genau hier setzt das Forschungsprojekt FEIRE an.
Die Ergebnisse zeigen in erfreulicher Klarheit, woran Sanierungen in der Praxis häufig scheitern. Es liegt nicht am fehlenden guten Willen und auch nicht pauschal am fehlenden Geld, sondern vor allem an mangelnder Rentabilität, an Unsicherheit, an hohem organisatorischem Aufwand und an den sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten privater Eigentümer. Das ist eine wichtige Erkenntnis. Denn die politische Debatte über energetische Sanierung wird noch immer zu häufig so geführt, als müssten Eigentümer nur mit den richtigen finanziellen Signalen „in Bewegung gesetzt“ werden. Die Realität ist deutlich komplexer.
Private Eigentümer entscheiden nicht im luftleeren Raum. Sie investieren unter Bedingungen von Unsicherheit, regulatorischer Dichte, steigenden Kosten, Fachkräftemangel und oftmals begrenzten zeitlichen und persönlichen Ressourcen. Wer diese Realität ignoriert, wird keine wirksame Klimapolitik für den Gebäudesektor gestalten.
Das FEIRE-Projekt zeigt, welchen Beitrag ein Eigentümerverband leisten kann, wenn er praktische Nähe zum Bestand mit wissenschaftlicher Arbeit verbindet. Haus & Grund bringt die Perspektive privater Eigentümer in den Forschungsprozess ein und trägt dazu bei, eine Datengrundlage zu schaffen, die es in dieser Form bislang nicht gab. Besonders wichtig ist dabei das WohnKlima-Panel. Mit ihm steht dem Verband ein neues wissenschaftliches Instrument zur Verfügung, das Einblicke in Motive, Hemmnisse und Erwartungen privater Eigentümer ermöglicht.
Für Haus & Grund eröffnet das die Chance, Entwicklungen nicht nur politisch zu kommentieren, sondern sie auf einer belastbaren empirischen Grundlage zu begleiten. Gerade darin liegt ein großer Wert des Projekts: Es stärkt die Verbindung zwischen Forschung, Praxis und Interessenvertretung. Wir wollen diese Rolle auch künftig ausfüllen. Als Stimme der privaten Eigentümer in der politischen Debatte, aber auch als verlässlicher Partner in wissenschaftlichen Projekten. Denn gute Politik im Gebäudesektor braucht mehr als Ziele. Sie braucht ein realistisches Verständnis derjenigen, die Investitionen am Ende tatsächlich treffen.
Dr. Kai H. Warnecke
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