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Kieler Bau-Turbo schließt Einfamilienhäuser aus und diskriminiert Eigentümer

Die grün-rote Kooperation in Kiel hat den sogenannten Bau-Turbo mit zusätzlichen Einschränkungen versehen und damit zentrale Teile der Eigentümerschaft faktisch ausgeschlossen. Statt Wohnungsbau zu beschleunigen, werden neue Hürden errichtet.

Haus & Grund Kiel kritisiert die im Bauausschuss beschlossenen Änderungen deutlich. Nach dem Willen von Grünen und SPD soll der Bau-Turbo nur noch für Vorhaben mit mindestens zwei Wohneinheiten und auf Flächen ab 5.000 Quadratmetern gelten. Einfamilienhäuser sowie kleinere Grundstücke bleiben damit außen vor.

„Wer den Bau-Turbo so zuschneidet, diskriminiert gezielt Menschen, die sich den Wunsch nach einem Einfamilienhaus erfüllen wollen“, sagt Sönke Bergemann, Geschäftsführer von Haus & Grund Kiel. Gerade für viele Familien sei diese Wohnform weiterhin zentral – nicht nur als Lebensmittelpunkt, sondern auch als Baustein für Eigentumsbildung und Altersvorsorge.

Die Einschränkungen treffen zudem ausgerechnet private Eigentümer, die kurzfristig und ohne komplexe Großprojekte zusätzlichen Wohnraum schaffen könnten – etwa durch Nachverdichtung oder Bebauung in zweiter Reihe. „So wird Wohnungsbau nicht beschleunigt, sondern verhindert“, so Bergemann weiter.

Haus & Grund Kiel warnt zudem vor städtebaulichen Fehlsteuerungen. „Wenn Kiel Einfamilienhäuser systematisch ausschließt, treibt die Stadt Familien ins Umland. Das fördert Zersiedelung, erhöht Pendelverkehre und schwächt die Akzeptanz wohnungspolitischer Maßnahmen.“

Die grün-rote Kooperation ist aufgefordert, den Bau-Turbo zu korrigieren und ihn auch für kleinere Vorhaben und Einfamilienhäuser zu öffnen. Nur ein ideologiefreier Ansatz schafft tatsächlich mehr Wohnraum.