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Haus & Grund Kiel setzt auf Dialog, Interessenvertretung und Wachstum

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Mann spricht vor großem Publikum in einem Saal mit Präsentationsfolie im Hintergrund

Jahreshauptversammlung mit klaren wohnungspolitischen Botschaften, neuem Vorstandsmitglied und Ehrung für Eckard Delfs

Gut besucht war die Jahreshauptversammlung von Haus & Grund Kiel am 18. August in der Merkur Ostseehalle. Rund 240 Mitglieder und Gäste waren dabei, darunter 145 stimmberechtigte Mitglieder. Im Mittelpunkt standen die Berichte des Vorsitzenden Götz Bormann und Geschäftsführers Sönke Bergemann, die wohnungspolitischen Positionen des Verbandsvorsitzenden Alexander Blažek sowie ein Vortrag des neuen Kieler Oberbürgermeisters Dr. Samet Yilmaz.

Götz Bormann blickte auf ein Jahr zurück, in dem Haus & Grund Kiel seine Interessenvertretung auf kommunaler, Landes-, Bundes- und europäischer Ebene weiter ausgebaut hat. Er hob unter anderem die erfolgreiche Arbeit am neuen digitalen Mietvertragsportal, den Relaunch der Internetseite, die Beteiligung am Immobiliennetzwerk DAVE sowie die Entwicklung des Projekts an der Kieler Hörn hervor. Von den 100 Wohnungen, an deren Realisierung Haus & Grund Kiel beteiligt ist, seien inzwischen 73 verkauft, die ersten Wohnungen im Bereich Pier 8 bereits bezogen.

Auch Geschäftsführer Sönke Bergemann stellte die Leistungsfähigkeit des Vereins und seiner Gesellschaften heraus. Rund 10.500 Mitglieder vertrauen inzwischen auf die Beratung und Dienstleistungen von Haus & Grund Kiel. Allein 2025 wurden 6.652 Beratungsanfragen bearbeitet. Gleichzeitig verwies Bergemann auf die rückläufige Mitgliederentwicklung und warb eindringlich dafür, im persönlichen Umfeld für eine Mitgliedschaft zu werben: „Für die Interessenvertretung brauchen wir Mitgliederstärke.“

Blažek: Mehr Mut beim Wohnungsbau

Verbandsvorsitzender Alexander Blažek richtete den Blick auf drei zentrale wohnungspolitische Themen: Mietpreisbremse, Bauturbo und Gebäudemodernisierungsgesetz. Die Mietpreisbremse sei kein Instrument, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen; Schleswig-Holstein habe sie deshalb bereits 2019 abgeschafft. Beim Bauturbo forderte Blažek mehr Mut in Kommunen und eine Kultur des Ermöglichens, zugleich müsse die Landesregierung mit Instrumenten wie der Eigenheimzulage weitere Impulse setzen. Beim neuen Gebäudemodernisierungsgesetz kritisierte er die nur vermeintliche Wahlfreiheit beim Heizungstausch und warb für eine neutrale Energieberatung.

Eine besondere Ehrung erhielt Rechtsberater Eckard Delfs: Für sein jahrzehntelanges Engagement bei Haus & Grund Kiel wurde er mit der Goldenen Ehrennadel des Zentralverbands Haus & Grund Deutschland ausgezeichnet.

Yilmaz: Private Eigentümer sind Teil der Lösung

Zum Abschluss des offiziellen Teils stellte Oberbürgermeister Dr. Samet Yilmaz seine wohnungspolitischen Vorstellungen für Kiel vor. Er kündigte unter anderem an, Leerstände und vorhandene Baupotenziale stärker zu aktivieren und die unterschiedlichen Akteure des Wohnungsmarktes zusammenzubringen. Eine geplante Wohnungsbaukonferenz soll Investoren, private Eigentümer, Wohnungsbaugenossenschaften, Mieter und die Kieler Wohnungsgesellschaft an einen Tisch bringen. Für Haus & Grund Kiel ist dies ein wichtiges Signal: Private Eigentümer sind nicht Teil des Problems, sondern ein unverzichtbarer Teil der Lösung – bei Neubau, Modernisierung und der langfristigen Sicherung des bestehenden Wohnungsbestands.

Bei den Vorstandswahlen wurde Karen Hagemann-Stark einstimmig wiedergewählt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Konstantin Rhode von der Förde Sparkasse – ebenfalls mit großer Mehrheit. Auch die bisherigen Revisoren Michael Pfaff und Ingo Scheuse wurden erneut bestellt.