Haus & Grund Kiel: Politik muss Wohneigentum wieder erreichbar machen
Anlässlich des heutigen Welttags des Wohn- und Siedlungswesens (Habitat-Tag) macht Haus & Grund Kiel auf die wachsende Kluft zwischen dem Wunsch nach den eigenen vier Wänden und dessen tatsächlicher Realisierbarkeit aufmerksam. Eine repräsentative Umfrage unter jungen Mietern zeigt: 76 Prozent wünschen sich, in einer eigenen Immobilie zu leben. Doch nur 39 Prozent halten es unter den aktuellen Bedingungen für realistisch, dass dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht.
„Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist tief in der Gesellschaft verankert. Eigentum bedeutet für viele Menschen Sicherheit, Unabhängigkeit und eine verlässliche Perspektive für die Zukunft. Umso bedenklicher ist es, wenn die Mehrheit der jungen Mieterinnen und Mieter inzwischen nicht mehr daran glaubt, diesen Wunsch verwirklichen zu können“, sagt Sönke Bergemann, Geschäftsführer von Haus & Grund Kiel.
Umfrage: Große Mehrheit wünscht sich Wohneigentum
Die vom Meinungsforschungsinstitut Civey vom 14. September bis 3. Oktober 2026 unter rund 1.000 Mietern zwischen 18 und 45 Jahren durchgeführte repräsentative Umfrage kommt zu folgenden Ergebnissen:
Haben Sie den Wunsch, in einer Immobilie zu leben, die Sie selbst besitzen?
– 76 Prozent Ja, 18 Prozent Nein, 6 Prozent Weiß nicht.
Wie realistisch ist es Ihrer Einschätzung nach, dass Sie unter aktuellen Bedingungen jemals in einer Immobilie wohnen werden, die Sie selbst besitzen?
– 39 Prozent realistisch, 58 Prozent unrealistisch, 3 Prozent Weiß nicht.
Tut die Bundesregierung Ihrer Meinung nach genug, um den Besitz von Wohneigentum erreichbarer zu machen?
– 17 Prozent Ja, 79 Prozent Nein, 4 Prozent Weiß nicht.
„Diese Zahlen zeigen eine deutliche Diskrepanz: Der Wunsch nach Wohneigentum ist groß, die Einschätzung der eigenen Möglichkeiten dagegen ernüchternd. Gleichzeitig erwarten 79 Prozent der Befragten mehr von der Bundesregierung, wenn es darum geht, Wohneigentum erreichbar zu machen“, so Bergemann.
Deutschland gehört mit einer Wohneigentumsquote von rund 47 Prozent seit Jahren zu den Schlusslichtern in der Europäischen Union. Die Quote stagniert seit mehr als einem Jahrzehnt und bei den Jüngeren sinkt sie zunehmend.
Eigentumsbildung darf kein Privileg werden
Aus Sicht von Haus & Grund Kiel ist die geringe Wohneigentumsquote kein unveränderliches Phänomen. Politische Rahmenbedingungen beeinflussen maßgeblich, ob sich Menschen den Erwerb einer Immobilie leisten können. Steigende Bau- und Erwerbsnebenkosten, zusätzliche Anforderungen und staatliche Vorgaben erschweren insbesondere für Haushalte mit mittleren Einkommen den Weg in die eigenen vier Wände.
„Eine geringe Eigentumsquote ist kein Naturgesetz. Wenn der Staat Wohneigentum ernsthaft stärken will, muss er die Rahmenbedingungen entsprechend gestalten, statt den Erwerb und die Nutzung von Immobilien immer weiter zu verteuern und zu regulieren. Gerade für die Mitte der Gesellschaft muss der Weg ins eigene Zuhause wieder realistischer werden“, betont Bergemann.
Haus & Grund Kiel fordert deshalb eine gezielte Förderung der Wohneigentumsbildung. Ein Eigenheim könne einen wichtigen Beitrag zur privaten Altersvorsorge leisten und zugleich langfristige finanzielle Sicherheit schaffen.
„Wer möchte, dass mehr Menschen für ihr Alter vorsorgen und unabhängig von staatlichen Leistungen bleiben können, sollte den Erwerb von Wohneigentum erleichtern. Der Wunsch danach ist jedenfalls ungebrochen. Jetzt kommt es darauf an, dass Politik daraus auch die richtigen Konsequenzen zieht“, sagt Bergemann abschließend.