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Haus & Grund Kiel: Neuer Wohnraum darf nicht an der Haltung vor Ort scheitern

Wohnraum ist knapp, bezahlbare Wohnungen werden dringend gesucht, und vielerorts wird über fehlende Flächen und zu geringe Bautätigkeit diskutiert. Doch während der politische Ruf nach neuen Wohnungen kaum verhallt, geraten konkrete Vorhaben vor Ort ins Stocken. Die aktuellen Beispiele aus Altenholz und Schacht-Audorf zeigen, wie unterschiedlich sich solche Hindernisse darstellen können – und wie wichtig es ist, private Initiative nicht auszubremsen.

In Altenholz steht die Entwicklung des ehemaligen Bundeswehr-Schießplatzes in Knoop zur Debatte. Auf dem rund 35 Hektar großen Areal sollen nach den vorgestellten Plänen 12,7 Hektar für Gewerbe und weitere 3,8 Hektar für Wohnraum erschlossen werden. Vorgesehen sind 230 Wohneinheiten, darunter Reihen- und Einfamilienhäuser. Obwohl die Gemeinde dringend Gewerbeflächen benötigt und die gemeinsame Entwicklung des Areals nach Einschätzung der Verwaltung wirtschaftlich sinnvoll ist, wurden die Aufstellungsbeschlüsse für die Bebauungspläne erneut vertagt.
 
In Schacht-Audorf wiederum möchte ein privater Investor ein leer stehendes Mehrfamilienhaus erwerben, vier Wohnungen als Sozialwohnungen sanieren und zwei weitere Wohnungen im Dachgeschoss schaffen. Nach Angaben des Investors hatte sein Vorhaben im Sommer bereits den Zuschlag erhalten. Nun stehen Fragen zum weiteren Verkaufsverfahren und zu benötigten kommunalen Unterlagen im Raum. Ein Kaufvertrag ist bislang nicht geschlossen. Die Gemeinde verweist auf ein laufendes Verfahren; die Hintergründe der Verzögerungen sind öffentlich nicht abschließend geklärt.
 
„Wir erleben immer wieder einen bemerkenswerten Widerspruch: Der Mangel an Wohnraum wird beklagt, gleichzeitig kommen konkrete Lösungen vor Ort nicht voran. Mal werden Entscheidungen vertagt, mal bleiben wichtige Fragen für Investoren offen. Wer mehr Wohnungen will, muss auch dafür sorgen, dass aus guten Konzepten tatsächlich gebaute oder sanierte Wohnungen werden“, sagt Sönke Bergemann, Geschäftsführer von Haus & Grund Kiel.
 
Dabei gehe es nicht darum, notwendige Prüfungen oder eine faire Behandlung aller Beteiligten infrage zu stellen. Entscheidend sei vielmehr, dass Verfahren nachvollziehbar blieben, Zuständigkeiten geklärt würden und Entscheidungen nicht unnötig aufgeschoben würden. Gerade private Investoren, die leer stehende Gebäude wieder nutzbar machen oder neue Wohnungen schaffen wollen, seien auf verlässliche Ansprechpartner und verbindliche Rahmenbedingungen angewiesen.
 
„Kommunen tragen Verantwortung für die Entwicklung ihrer Orte. Dazu gehört, Flächen sinnvoll zu nutzen, Investitionen konstruktiv zu begleiten und Chancen für zusätzlichen Wohnraum entschlossen zu ergreifen. Private Eigentümer und Investoren sind dabei keine Randfiguren, sondern unverzichtbare Partner. Sie bringen Kapital, Ideen und die Bereitschaft mit, Verantwortung zu übernehmen. Dieses Engagement sollte vor Ort auf Unterstützung treffen – und nicht auf vermeidbare Hürden“, betont Bergemann.
 
Haus & Grund Kiel fordert deshalb, die anstehenden Entscheidungen in Altenholz und Schacht-Audorf transparent und zügig voranzubringen. Der Anspruch, mehr Wohnraum zu schaffen, muss sich auch im kommunalen Handeln widerspiegeln. Denn Wohnraum entsteht nicht allein durch politische Zielsetzungen, sondern erst dann, wenn Menschen bereit sind zu investieren und die Verantwortlichen vor Ort die Voraussetzungen dafür schaffen.