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Haus & Grund Kiel kritisiert Absage an den Bauturbo in Kronshagen

Die Gemeindevertretung Kronshagen hat beschlossen, den sogenannten Bauturbo der Bundesregierung nicht anzuwenden. Haus & Grund Kiel sieht darin ein weiteres Beispiel dafür, wie kommunale Entscheidungen den dringend benötigten Wohnungsbau ausbremsen.

Nach Altenholz, Strande, Schönberg und Heikendorf reiht sich aus Sicht von Haus & Grund Kiel nun auch Kronshagen in eine Entwicklung ein, bei der Chancen zur Schaffung neuen Wohnraums ungenutzt bleiben. Gerade Gemeinden mit knappen Flächenreserven müssten vorhandene Instrumente nutzen, um Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.

„Der Bund hat mit dem Bauturbo und das Land Schleswig-Holstein mit der Reform der Landesbauordnung wichtige Voraussetzungen geschaffen, um Wohnungsbau schneller zu ermöglichen. Jetzt sind die Kommunen gefordert, diese Instrumente auch anzuwenden“, erklärt Sönke Bergemann, Geschäftsführer von Haus & Grund Kiel. „Ein Instrument mit dem Hinweis abzulehnen, es löse nicht sämtliche Herausforderungen, greift zu kurz. Wer schneller bauen will, sollte jede geeignete Möglichkeit nutzen.“

Haus & Grund Kiel weist darauf hin, dass der Bauturbo keine ungeordnete Bebauung ermöglicht. Städtebauliche Anforderungen, kommunale Steuerungsmöglichkeiten und die Abwägung öffentlicher Belange bleiben bestehen. Ziel des Gesetzes ist es vielmehr, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und dadurch dringend benötigten Wohnraum schneller entstehen zu lassen.

„Ausgerechnet der Verweis auf knappe Flächen spricht für den Bauturbo – nicht gegen ihn“, so Bergemann. „Wo Bauland rar ist, kommt es umso mehr darauf an, vorhandene Potenziale effizient zu entwickeln und Verfahren zu beschleunigen.“

Nach Ansicht von Haus & Grund Kiel sendet die wiederholte Ablehnung zusätzlicher Wohnbauvorhaben oder neuer Planungsinstrumente ein problematisches Signal – an private Eigentümer ebenso wie an Investoren, die Wohnraum schaffen wollen. Bereits in den vergangenen Monaten hatte der Verein vergleichbare Entwicklungen in Altenholz, Strande, Schönberg und Heikendorf kritisiert. Dort seien unterschiedliche Projekte oder Planungen ebenfalls auf erheblichen Widerstand gestoßen oder verzögert worden.

„Wir beobachten inzwischen ein Muster: Immer häufiger werden Möglichkeiten für zusätzlichen Wohnraum grundsätzlich infrage gestellt, statt sie verantwortungsvoll weiterzuentwickeln“, betont Bergemann. „Wer Wohnungsnot wirksam bekämpfen will, muss Wohnungsbau ermöglichen. Wohnungsnot verschwindet nicht durch Verwaltung, sie verschwindet nur durch den Bau neuer Wohnungen.“