Haus & Grund Kiel fordert Eigenheimzulage und Senkung der Grunderwerbsteuer
Sönke Bergemann, Geschäftsführer von Haus & Grund Kiel, kommentierte die regionale Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts, die im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) erstellt wurde:
"Die vergleichsweise niedrige und zuletzt rückläufige Wohneigentumsquote in Kiel hat mehrere Ursachen. Neben dem strukturell angespannten Wohnungsmarkt in einer wachsenden Universitäts- und Verwaltungsstadt wirken vor allem die stark gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten der vergangenen Jahre dämpfend. Parallel sind die Eigenkapitalanforderungen deutlich gestiegen – nicht zuletzt durch strengere Kreditvergabestandards und höhere Erwerbsnebenkosten beim Erwerb.
Gleichzeitig beobachten wir unverändert ein hohes Interesse an Wohneigentum. Der Wunsch nach den „eigenen vier Wänden“ ist gerade bei jungen Haushalten vorhanden, scheitert aber häufig an der Finanzierbarkeit. Viele Kaufinteressenten müssen Entscheidungen vertagen oder ihre Suchkriterien deutlich anpassen.
Damit insbesondere junge Menschen wieder leichter Eigentum bilden können, braucht es verlässlichere und spürbar entlastende Rahmenbedingungen. Dazu gehört aus unserer Sicht eine Absenkung der Grunderwerbsteuer – zumindest für selbstgenutztes Wohneigentum. Ebenso sollte die im Koalitionsvertrag verankerte Eigenheimzulage zügig umgesetzt werden, um den Eigenkapitalaufbau gezielt zu unterstützen. Darüber hinaus ist es erforderlich, das Angebot auszuweiten: Bauland muss geschaffen werden – auch im Umland von Kiel. Hier braucht es eine engere interkommunale Zusammenarbeit, um zusätzliche Potenziale zu heben.
Zur Preisentwicklung: In Kiel haben sich laut neuerer Studien, u.a. von empirica, die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in den vergangenen 10 bis 15 Jahren in etwa verdoppelt. Während eine durchschnittliche Vierzimmerwohnung im Jahr 2010 häufig noch im Bereich von rund 1.500 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter lag, bewegen sich vergleichbare Objekte heute – je nach Lage und energetischem Zustand – vielfach zwischen 3.500 und 5.000 Euro pro Quadratmeter. Parallel dazu sind auch die Anforderungen an das Eigenkapital gestiegen: Neben den Erwerbsnebenkosten (in Schleswig-Holstein rund 11 bis 12 Prozent) erwarten Banken heute in der Regel zusätzlich einen substanziellen Eigenkapitalanteil, während früher häufig deutlich geringere Quoten ausreichten.
Unser Fazit: Die Nachfrage nach Wohneigentum ist da – sie trifft jedoch auf deutlich erschwerte Rahmenbedingungen. Wer Eigentumsbildung stärken will, muss daher insbesondere den Zugang zur Finanzierung erleichtern, gezielt entlasten und das Angebot spürbar ausweiten.“