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Politik & Wirtschaft

CO₂-Bepreisung

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Rauch aus Schornstein bildet die Buchstaben CO² vor blauem Himmel

Lenkungswirkung statt Last

Ab 2028 wird der Ausstoß von Kohlendioxid (CO₂) im Gebäude- und Verkehrssektor europaweit über ein neues Handelssystem bepreist. Anders als bisher gilt dann kein fester Preis mehr: Im EU-Emissionshandel (EU-ETS 2) wird der CO₂-Preis durch den Markt bestimmt. Für Eigentümer bedeutet das: mehr Transparenz über Klimakosten – aber auch höhere Kosten für fossile Wärmeerzeugung.

 

Bis Ende 2027 bleibt in Deutschland der nationale CO₂-Preis nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) in Kraft. Er betrifft fossile Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Der aktuelle Preis liegt bei 55 Euro pro Tonne und steigt 2026 auf bis zu 65 Euro. Diese Bepreisung wirkt bereits – etwa mit rund 13 Cent Aufschlag pro Liter Benzin oder 10 Cent pro 10 Kilowattstunden Erdgas.

Voraussichtlich ab Januar 2028 übernimmt der neue EU-ETS 2. Dann wird der CO₂-Preis für Gebäude und Verkehr nicht mehr politisch festgelegt, sondern europaweit in Auktionen gehandelt – ein transparenter Mechanismus, der wirtschaftliche Effizienz mit Klimaschutz verbindet. Eine Preisobergrenze ist derzeit nicht vorgesehen, doch es existieren Instrumente zur Marktstabilisierung.

 

Hohe Kostenbelastung möglich
Die langfristige Entwicklung des CO₂-Preises ist offen: Prognosen für das Jahr 2030 reichen von 51 bis 391 Euro pro Tonne, im Mittelwert liegt die Erwartung bei etwa 160 Euro bis 2035. Für Eigentümer bedeutet das vor allem eines: Wer frühzeitig in Energieeffizienz oder klimafreundliche Heizsysteme investiert, senkt nicht nur Emissionen, sondern reduziert auch künftige Kostenbelastungen.


Zwar ist nicht garantiert, dass höhere CO₂-Preise unmittelbar zu weniger Emissionen führen. Gerade im Gebäudebereich sind Investitionen teuer und Sanierungszyklen lang. Doch klar ist auch: Wer CO₂ vermeidet, spart – beim Energieverbrauch wie beim Zertifikatekauf. Deutschland kann so nicht nur Klimaziele erreichen, sondern auch finanzielle Rückflüsse aus dem Emissionshandel sichern.


Haus & Grund unterstützt den marktbasierten CO₂-Preis ausdrücklich. Er ist das effizienteste Mittel, um Emissionen zu senken, ohne auf Verbote oder Einzelfallregelungen zu setzen. Wichtig ist jedoch die faire Ausgestaltung: Die Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung sollten vollständig an die Bürger zurückgegeben werden – etwa über eine pauschale Pro-Kopf-Zahlung.

 

Fazit

„Nur mit einem marktbasierten CO₂-Preis lassen sich die Klimaziele erreichen. Das hat der Industriesektor bereits eindrücklich bewiesen. Entscheidend ist aber, dass die Einnahmen aus dem Zertifikatehandel nicht einfach im Staatshaushalt verschwinden. Wer mit diesem Geld Haushaltslöcher stopft, riskiert die Akzeptanz für den Klimaschutz.“

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