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Mitgliederbarometer 2025 Haus & Grund Frankfurt am Main e.V.
Private Eigentümer bleiben bei Investitionen zurückhaltend – neue Stadtregierung muss nach der Wahl örtliche Regulierung abbauen, um neue Impulse für Wohnungsbau und Modernisierungen zu setzen.
Die aktuelle Mitgliederbefragung von Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. zeigt erneut: „Politische Unsicherheiten bremsen private Investitionen in neuen Wohnraum und Modernisierungen erheblich aus. Das Vertrauen in verlässliche politische Rahmenbedingungen ist seit drei Jahren der entscheidende Grund, warum private Haus- und Wohnungseigentümer Investitionen zurückhalten oder ganz davon absehen. Die Kommunalwahl am 15. März bietet die Chance, durch eine Neujustierung der Wohnungs- und Planungspolitik eine Trendwende am Frankfurter Wohnungsmarkt einzuleiten. Der Abbau von Bürokratie und die Überarbeitung der örtlichen Satzungen sind nötig, damit wieder mehr Wohnraum entstehen kann und mehr Häuser im Gebäudebestand energetisch modernisiert werden“, erklärt Jürgen H. Conzelmann, Vorsitzender von Haus & Grund Frankfurt am Main.
Über 1.100 Mitglieder nahmen im Herbst 2025 an der Online-Befragung teil. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wo zentrale Hindernisse für Investitionen liegen und welche Erwartungen die Eigentümer an die künftige Stadtpolitik haben.
Kernaussagen der Befragung
- Die Investitionsbereitschaft bleibt niedrig: Nur 16 % der Eigentümer planen zusätzliche Investitionen in Mietwohnungen, 62 % schließen diese aus (2021 waren das „nur“ 53 %).
- 41 % nennen mangelnde politische Verlässlichkeit als Hauptgrund für ausgebliebene Investitionen – bereits das dritte Jahr in Folge.
- Die Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz und die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung führt bei 74 % zu großer Unsicherheit und verzögert Modernisierungen.
- 85 % befürworten den Ausbau von Dachgeschossen als Beitrag zur Nachverdichtung – gleichzeitig halten nur 10 % die Verfahren für einfach planbar und schnell genehmigungsfähig.
- Trotz steigender Kosten berücksichtigen 59 % der Vermieter bei Mieterhöhungen weiterhin die finanzielle Leistungsfähigkeit ihrer Mieter.
„Wir brauchen dringend mehr neues Bauland und Überarbeitungen der örtlichen Satzungen, um den Wohnungsmangel in Frankfurt abzubauen. Im Rahmen der laufenden Novelle der Hessischen Bauordnung werden sinnvolle Deregulierungen beschlossen, die in Frankfurt aufgrund der örtlichen Satzungen nicht wirken können. So sind oft auch den engagierten Mitarbeitern in den städtischen Ämtern die Hände gebunden, mehr Ermessenspielräume zur Genehmigung von Bauvorhaben zu nutzen. Bei einem Potenzial von bis zu 15.000 neuen Wohnungen durch Aufstockung und den Ausbau von Dachgeschossen ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Stadt Frankfurt den Bemühungen der Landesregierung nicht mutig folgt und die eigenen Satzungen ebenfalls im engen Austausch mit der Praxis überarbeitet. Insbesondere die Milieuschutzsatzungen stehen der Schaffung von neuem Wohnraum durch den Ausbau von Dachgeschossen und Spitzböden sowie nachhaltigen energetischen Modernisierungen im Weg. Diese Hemmnisse in den örtlichen Satzungen müssen korrigiert werden, um den aktuellen Herausforderungen am veränderten Bau- und Wohnungsmarkt begegnen zu können“, fordert Conzelmann.
Forderungen an die Frankfurter Stadtpolitik
Vor dem Hintergrund der Kommunalwahl am 15. März formuliert Haus & Grund Frankfurt am Main klare Erwartungen an die kommende neue Römer-Koalition:
- Die Planung und Entwicklung neuer Baugebiete müssen verlässlich erfolgen. Das kurzfristige politische „Aus“ der Günthersburghöfe war ein Fehler, der den Bau von 1.500 neuen Wohnungen verhindert hat. Dieser Fehler muss korrigiert werden.
- Städtische Planungsinstrumente – wie der Baulandbeschluss – müssen wirtschaftlich abbildbar sein. Restriktive Vorschriften für immer mehr geförderten Wohnraum reduzieren und verteuern die Schaffung privaten Wohneigentums.
- Vorhaben zur Deregulierung, wie die Novelle der Hessischen Bauordnung (Baupaket I und Baupaket II), müssen lokal umgesetzt werden. Maßnahmen, die das Bauen einfacher, schneller und günstiger machen, dürfen nicht durch örtliche Regelungen ausgebremst werden.
- Besonders in den Milieuschutzgebieten werden sinnvolle Baumaßnahmen zur Nachverdichtung und für energetische Modernisierungen verhindert. Die Satzungen müssen abgeschafft oder zumindest umfassend überarbeitet werden.
- Eine Umsetzung des Hessischen Leerstandsgesetzes in eine kommunale Satzung ist in Frankfurt am Main unnötig. Der Zensus zeigt: Frankfurt hat landesweit die prozentual geringsten und die zeitlich kürzesten Wohnungsleerstände. Die Einführung einer lokalen Leerstandsregelung wäre reine Symbolpolitik, die Investitionen ausbremst.
- Die Stadt muss sicherstellen, dass die Grundsteuer nicht angehoben wird. Ein Anstieg der Wohnkosten aufgrund steigender Grundsteuern muss langfristig vermieden werden.
- Die kommunale Wärmeplanung muss schnell und verlässlich umgesetzt werden. Die privaten Eigentümer brauchen planbare, technologieoffene und bezahlbare Lösungen, um gerade auch den älteren Häuserbestand sinnvoll und gemeinsam mit den Mietern modernisieren zu können.
„Private Eigentümer stellen fast zwei Drittel aller Wohnungen in Frankfurt“, fasst Conzelmann zusammen. „Ohne ihr Engagement und ihre Investitionen wird es weder ausreichend neuen Wohnraum noch maßgebliche Fortschritte beim Klimaschutz im Gebäudesektor geben. Die neue Stadtpolitik muss sie wieder als Partner begreifen – nicht als Teil der Probleme am Wohnungsmarkt.“
Alle Ergebnisse und die daraus resultierenden Forderungen an die Politik finden Sie hier als PDF.
Über Haus & Grund Frankfurt am Main e.V.:
Der größte Haus & Grund-Ortsverein in Hessen vertritt über 11.000 private Eigentümer in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet und engagiert sich seit 1883 in der Politik für deren Interessen.
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