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Bauen & Wohnen

Wohnen unter schrägen Wänden

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Ausgebautes Dachgeschoss mit offenen Balken

Unterm Dach steckt oft wertvoller Wohnraum – und das Potenzial, mehr aus der eigenen Immobilie herauszuholen. Gerade in Zeiten steigender Grundstückspreise und knappen Wohnraums lohnt sich der Blick nach oben: Wer sein Dachgeschoss ausbaut, gewinnt zusätzliche Quadratmeter, steigert den Immobilienwert und schafft individuellen Wohnkomfort. Doch bevor aus dem Dachboden ein Lieblingsplatz wird, sind einige Faktoren zu beachten – rechtlich, baulich und gestalterisch.

 

Bevor man sich an ein solches Projekt wagt, sollte zuerst der Gang zum Bauamt erfolgen. Ob der Ausbau genehmigungspflichtig ist, hängt von der jeweiligen Landesbauordnung und dem Bebauungsplan ab. In vielen Fällen ist eine Baugenehmigung erforderlich, insbesondere bei einer erheblichen Veränderung der Dachfläche, beispielsweise durch den Einbau von Gauben oder das Verändern der Dachform.

Wer die neu gewonnene Wohnfläche nicht selbst nutzen, sondern vermieten oder verkaufen möchte, muss dafür zusätzlich eine sogenannte Abgeschlossenheitsbescheinigung vorlegen. Damit bestätigt die zuständige Behörde, dass die neue Wohnung baulich ausreichend von anderen Räumlichkeiten getrennt ist.

 

Fensterelemente sorgen für viel Tageslicht
Helle Räume wirken größer – das gilt besonders im Dachgeschoss. Die Bauordnungen der Bundesländer schreiben meist einen Mindestanteil an Tageslicht vor. Für spürbar mehr Wohnqualität empfiehlt es sich, 20 bis 30 Prozent der Dachfläche mit Fensterelementen zu versehen.

Klassische Dachflächenfenster lassen sich vielseitig einsetzen und sind oft die einfachste Lösung. Für mehr Komfort und Ausblick können Fensterelemente im Kniestock sorgen – ideal, um auch im Sitzen nach draußen zu schauen. Wer Platz und Budget hat, kann mit einer Gaube zusätzlichen Lichteinfall und vor allem mehr Stehhöhe schaffen. Gerade im Bad bietet das spürbaren Mehrwert: Hier lässt es sich durch clevere Fensterlösungen auch unter der Schräge bequem duschen.

 

Fenster per App steuern
Fenster im Dach sind häufig schwer zugänglich – vor allem bei hoch gelegenen Einbauten. Die Lösung: moderne Steuerung per App oder Fernbedienung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt Modelle, die mit einem Regensensor ausgestattet sind. Sobald es regnet, gibt er dem Fenster den Impuls, sich zu schließen. Ebenso wichtig wie die Planung der Lichtflächen sind der Sonnenschutz im Sommer oder auch die Abdunklung für die Nacht. Die Hersteller bieten ihre Dachflächenfenster in der Regel mit entsprechenden Vorrichtungen für Jalousien, Rollos oder Faltstores an.

 

Die passende Dämmung
Ebenso wichtig: eine ausreichende Dämmung. Sie hält im Winter die Kälte draußen und schützt im Sommer den Raum vor Überhitzung. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) macht hierzu klare Vorgaben. Es legt fest, welche Mindestwerte einzuhalten sind. Beim Ausbau eines bestehenden Daches muss allerdings der Statiker prüfen, ob das Dach die zusätzliche Last der Dämmung trägt. Grundsätzlich gibt es die Alternativen, den Dachstuhl bei gleicher Wirkung von innen oder von außen zu dämmen. Die technisch unkompliziertere und sicherste Lösung ist die Ausführung der Dämmung bei gleichzeitiger Erneuerung der Dachdeckung und Innenbekleidung. So können die Dampfsperre auf der Innenseite der Dämmung sowie Winddichtung und Witterungsschutz auf der Außenseite auf einfache Weise hergestellt werden.

 

Fachgerechte Verlegung der Dampfsperre
Ein besonders kritischer Punkt ist der Einbau der Dampfsperre. Sie muss absolut sauber gearbeitet und vor allem an den Fenstern 100 Prozent dicht angebracht sein. Aber auch Leitungen, Rohre und Schornstein, die die Dampfsperre durchstoßen, müssen vollkommen dicht angearbeitet werden. Ebenso darf sie während des Innenausbaus nicht von Steckdosen und Schaltern verletzt werden.

Achtung: Wird die Verlegung nicht fachgerecht ausgeführt oder die Dampfsperre verletzt, gerät warme Raumluft in die Dachkonstruktion, bildet dort Kondenswasser und es kommt zu langfristigen Schäden wie Schimmel und Fäulnis, die sich unbemerkt in der Dachkonstruktion breitmachen. Natürlich stellt auch die Möblierung so manchen Planer vor eine Herausforderung, insbesondere die Fläche vor der Dachschräge gilt als Problemzone. Je flacher die Dachneigung, desto mehr Platz wird unter der Schräge verschenkt. Hier kommen idealerweise individuell gefertigte Einbauten zum Einsatz. Besonders komfortabel sind tiefe Schubkästen. Sie nutzen jeden Quadratzentimeter unter der Schräge – und die Bewohner haben alle Dinge gut im Blick.

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