Initiative gegen Farbvandalismus
Pilotprojekt gegen Graffiti in Vegesack geplant
Farbschmierereien tragen zur Verwahrlosung im öffentlichen Raum bei. Durch Graffiti entstehen, groben Schätzungen zufolge, alljährlich in Deutschland Schäden in Höhe von ca. 200 bis 500 Millionen Euro. Meist bleiben private Eigentümer auf diesen Kosten sitzen.
Durch Farbvandalismus verwahrloste Fassaden führen häufig zu weiteren negativen Entwicklungen in den Stadtteilen. Das ist unter anderem am Beispiel der Bahnhofsvorstadt zu sehen. Wenn man sich dort zu Fuß auf den Weg vom Bahnhof ins Viertel macht, kommt man kaum an nicht hässlich besprühten Wänden, verunreinigten und vermüllten Plätzen und Gehwegen vorbei, was sich vielerorts auch negativ auf Privatgrundstücke ausbreitet. Gebäudefassaden und Bürgersteige – das gesamte Straßenbild ist die Visitenkarten der Stadt.
Bedauerlich ist in diesem Zusammenhang, dass eine kleine Gruppe von Straftätern der Stadtgesellschaft einen hässlichen Stempel aufdrückt. Ausgelöst durch eine Petition an die Bremische Bürgerschaft durch die Eheleute Silke und Michael Berthold im Herbst 2021 hat sich vor diesem Hintergrund eine Gruppe von Haus- und Wohnungseigentümern, aber auch Mietern, Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden – Menschen aus allen Bereichen der bremischen Gesellschaft – zusammengefunden, um eine Initiative gegen Farbvandalismus, die Verschandelung, die Verschmutzung und das Vermüllen der Stadt zu bilden. Nunmehr scheint es nach mehrmaligem Nachhaken der Petenten und der Initiative zumindest zu einer zaghaften Reaktion der öffentlichen Hand zu kommen. Wahrscheinlich noch in diesem Jahr soll es zu einem vorerst örtlich begrenzten Pilotprojekt in Vegesack kommen.