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Verschärfung der Baumschutzverordnung in Bremen

Die Stadt Bremen hat kürzlich ihre Baumschutzverordnung überarbeitet. Ziel sei es, den Stadtentwicklungsprozess zu beschleunigen und gleichzeitig den Baumbestand zu schützen. Doch bei genauerer Betrachtung gibt es auch kritische Stimmen, die vor den möglichen Folgen warnen.

Die neuen Regelungen sollen den Schutz bestimmter Baumarten erleichtern und die Verfahren für die Fällungen verändern. Künftig fallen weniger Bäume unter den Schutz, und Genehmigungsverfahren sollen schneller ablaufen. Das soll den Bau- und Sanierungsprozess der Gebäude in der Stadt beschleunigen – ohne den Baumbestand zu vernachlässigen. Gleichzeitig werden aber die Baumumfangsregelungen für die erlaubte problemlose Fällung von Bäumen verschärft.

Besonders kritisch sieht Haus & Grund die verschärften Vorgaben für private Eigentümer. „Jetzt sind umfangreiche Nachweise und Genehmigungsverfahren notwendig, die oft mit hohen Kosten und viel Bürokratie verbunden sind. Eigentümer müssen häufiger mit Verzögerungen rechnen, wenn sie einen Baum fällen möchten. Für kleinere Grundstücke oder bei Renovierungen kann das zu erheblichen Problemen führen“, mahnt der Vorsitzende des Haus & Grund Landesverband Bremen e.V., Thomas Trenz.

Zudem empfinden viele diese Maßnahmen als Eingriff in ihre Eigentumsrechte, da sie in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt werden. Das Recht, über das eigene Grundstück zu verfügen, wird durch die neuen Regelungen deutlich eingeschränkt. Manche Eigentümer befürchten, dass sie aus Angst vor bürokratischen Hürden Bäume gar nicht mehr fällen können. „Das könnte langfristig zu unkontrolliertem Baumsterben oder unzureichender Pflege des Baumbestandes in den privaten Gärten führen“, so Trenz. 

Die neuen Regelungen setzen in vielen Fällen einen kleineren Durchmesser fest, ab dem eine Fällung genehmigungspflichtig ist. Das bedeutet, dass nur noch kleinere Bäume ohne große Hürden gefällt werden dürfen. Hier besteht die Gefahr, dass junge oder kleine Bäume, die noch eine wichtige Rolle im Stadtklima spielen, schneller und häufiger entfernt werden. Das könnte dazu führen, dass Bremen seine privat gepflanzten Baumbestände schrittweise verliert – noch bevor die Bäume ihre volle Reife erreicht haben. Gerade kleine Bäume leisten einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, zur Luftqualität und zur Lebensqualität in der Stadt. „Hier wird dann genau das Gegenteil dessen erreicht, was das Ziel der Verordnung sein sollte“, kritisiert der Vorsitzende des Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.