Bremer Weg zur Baukostensenkung
KOSTENEFFIZIENTES UND ZUKUNFTSFÄHIGES BAUEN
Der Bremer Weg zum kosteneffizienten und zukunftsfähigen Bauen soll in die nächste Phase gehen. Im Bremer Rathaus kamen Anfang September Vertreter aus Politik, Verwaltung sowie der Wohnungs- und Bauwirtschaft zu einem Informationsaustausch zusammen, an dem auch der Vorsitzende des Haus & Grund Landesverband Bremen e.V., Thomas Trenz sowie der stellvertretende Vorsitzende Nils Kobilke teilnahmen. Ziel war es, die bisher erarbeiteten Ansätze zur Adaption des „Hamburg Standard” auf Bremen zusammenzuführen, Zielkonflikte zu benennen und die Grundlage für konkrete weitere Umsetzungsschritte zu schaffen.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte begrüßte die Teilnehmenden zu Beginn: „Der Bremer Weg ist ein Gemeinschaftsprojekt der bremischen Politik, der Verwaltung und der Akteure der Wohnungs- und Bauwirtschaft. Dieser Schulterschluss ist wichtig. Denn gestiegene Kosten machen Bauen derzeit schlicht unattraktiv und unwirtschaftlich. Und das betrifft vor allem den bezahlbaren Wohnraum mit bezahlbaren Mieten. Mein Dank geht an alle, die sich an dem Prozess des Bremer Wegs beteiligen.”
Die Ausgangslage ist klar: Herstellungskosten von inzwischen über 5.000 Euro pro Quadratmeter, gestiegene Zinsen und komplexe Vorgaben haben den Wohnungsbau in Bremen erheblich erschwert. Besonders betroffen ist der dringend benötigte bezahlbare Wohnraum. In Hamburg wurde der „Hamburg Standard” zur Kostensenkung im Wohnungsbau erarbeitet. In Bremen hat die Senatskommission Wohnungsbau beschlossen, diesen Standard auch für Bremen anwendbar aufzuarbeiten. Der Austausch Anfang September sollte dazu dienen, den bisher erarbeiteten Stand einer größeren Fachöffentlichkeit zu präsentieren, weitere Hebel zur Kostenreduktion zu identifizieren und Maßnahmen für schnellere Verfahren in Bauwirtschaft und Verwaltung zu diskutieren. Hieraus sollte am Ende der Werkzeugkasten für den Bremer Weg zum kosteneffizienten und zukunftsfähigen Bauen werden.
Die Diskussion verlief überaus konstruktiv und zielorientiert. Unterschiedliche Perspektiven – etwa zu Schallschutz und Energiestandards – wurden offen angesprochen, um tragfähige Lösungen zu finden. Ein erster Zwischenbericht der Unterarbeitsgruppe „Kostenreduktion” wurde der Senatskommission Wohnungsbau am 9. September 2025 vorgelegt. Die Beschlussfassung über den Bremer Weg ist für November 2025 vorgesehen.
Parallel dazu sorgt das Land Bremen mit einer deutlich verbesserten Wohnraumförderung dafür, dass Projekte trotz schwieriger Rahmenbedingungen realisiert werden können. Allein 2024 wurden dafür rund 128 Millionen Euro bereitgestellt. Klar ist jedoch, dass langfristig nur eine deutliche Senkung der Baukosten dafür sorgen kann, dass bezahlbarer Wohnraum wieder in größerem Umfang entsteht. Mit dem Bremer Weg werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Neubauprojekte wieder wirtschaftlich umsetzbar werden und Wohnen in Bremen für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar bleibt.
„Der Bremer Weg ist noch ziemlich steinig. Hier müssen in den Behörden noch einige Weichen gestellt werden, um ein ähnlich gutes Ergebnis hinzubekommen, wie es Hamburg vorgemacht hat. Hoffen wir, dass der Weg nicht durch zu viele Bremensien verbaut ist“, äußerte der Vorsitzende Thomas Trenz im Anschluss an die Sitzung.