Bremen geht neuen Weg für bezahlbares Bauen
Bausenatorin gibt Startschuss für den „Bremer Weg”
„Haus & Grund Bremen begrüßt, dass die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, Özlem Ünsal, Mitte Mai den offiziellen Startschuss für
einen „Bremer Weg zum kosteneffizienten und zukunftsfähigen Bauen” gegeben hat, sagt der Vorsitzende des Haus & Grund Landesverband
Bremen e.V. Thomas Trenz und stellt fest, dass „damit der richtige Weg in Richtung Kostenreduzierung bei Baumaßnahmen eingeschlagen worden ist.“
Nach erfolgreichem Beschluss in der Sitzung der Senatskommission Wohnungsbau ist jetzt das Ziel der Bausenatorin gesetzt, die Baukosten in Bremen spürbar zu senken, Planungsverfahren zu vereinfachen und bezahlbaren Wohnraum wieder realisierbar zu machen.
„Wohnen ist ein Grundrecht – und darf nicht zum Luxus werden. Wenn Baukosten explodieren, Zinsen steigen und Verfahren Jahre dauern, wird genau dieses Grundrecht gefährdet. Wir schreiten entschlossen und strukturiert voran: Mit dem Bremer Weg schaffen wir die Grundlagen dafür,
dass in unserer Stadt wieder mehr bezahlbare Wohnungen für unsere Bevölkerung entstehen können,” sagte die Senatorin im Anschluss an die Senatssitzung. Ünsal weiter: „Mit diesem Bremer Weg streben wir aufbauend auf den bisher erfolgreich durchgeführten Maßnahmen zur Verfahrensvereinfachung, zur Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung sowie der deutlich verbesserten Wohnraumförderung die signifikante Reduktion der Baukosten als wesentlicher Faktor für den Wohnungsbau auch im Hinblick auf Suffizienz und Ressourcenschutz an.”
Der „Bremer Weg” orientiert sich partiell am sogenannten Hamburg-Standard, der auch von Haus & Grund unterstützt wird, geht jedoch bewusst eigene Wege. Acht konkrete Maßnahmen werden bereits jetzt auf den Weg gebracht – darunter schnellere Verfahren, flexiblere Ausgleichsregelungen, angepasste Fristen und realistischere Vorgaben beim Schallschutz. Auch die bisherige Empfehlung zu Niederfrequenzanlagen wird gestrichen, da keine belastbaren Gesundheitsgefahren nachweisbar waren.
„Wir hinterfragen gemeinsam unsere überobligatorischen Standards. Unser Ziel ist nicht weniger Qualität, sondern mehr Realität – damit Wohnen wieder möglich wird, auch für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen”, unterstreicht Senatorin Ünsal. Ein zentraler Punkt sei der Verzicht auf die automatische Vereinbarung des EH-40-Standards bis 2027: „Allein dadurch können im geförderten Wohnungsbau rund 9.500 Euro pro Wohnung gespart werden – Mittel, die direkt in neue Projekte fließen können.”
Bereits im Mai solle eine ressortübergreifende Unterarbeitsgruppe ihre Arbeit aufnehmen. Ein Zwischenbericht ist sei September geplant, die abschließende politische Beschlussfassung erfolgt am 4. November 2025 durch die Senatskommission Wohnungsbau. Beteiligt sind unter anderem die Architekten- und Ingenieurkammern, die Wohnungswirtschaft sowie Verbraucher- und Branchenverbände.
„Wir bauen auf Kooperation statt Konfrontation. Der Bremer Weg ist ein Gemeinschaftsprojekt – zwischen Verwaltung, Bauwirtschaft, Fachöffentlichkeit und Stadtgesellschaft”, führt Senatorin Ünsal auf. „Ich will eine Stadt, in der nicht nur Gutverdienende im Neubau wohnen, sondern auch Azubis, Alleinerziehende oder Pflegekräfte. Dafür braucht es nicht nur den politischen Willen – sondern ganz konkrete Maßnahmen. Und genau die setzen wir jetzt Schritt für Schritt mit unserem Bremer Weg um”, so Senatorin Ünsal abschließend.