Aus der Traum vom Eigentum
Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist bei jungen Menschen ungebrochen. Und trotzdem glauben immer weniger daran, sich diesen Traum tatsächlich erfüllen zu können.
Neue Zahlen von Haus & Grund Deutschland zeigen eine wachsende Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Der Wunsch ist da – der Glaube schwindet
Ein eigenes Haus, eine eigene Wohnung, ein Zuhause, in dem man selbst entscheidet und zugleich für die Zukunft vorsorgt: Für viele junge Menschen gehört Wohneigentum weiterhin zu ihren Lebenszielen. Eine aktuelle Erhebung von Haus & Grund Deutschland zeigt: 76 Prozent der Menschen zwischen 18 und 45 Jahren wünschen sich Wohneigentum. Doch nur noch 39 Prozent glauben daran, dass dieser Wunsch für sie tatsächlich Realität werden kann. Über die Hälfte, 58 Prozent, halten den Traum für unrealistisch und 3 Prozent antworteten mit "Ich weiß nicht".
Besonders bemerkenswert ist ein dritter Wert:
79 Prozent sind der Auffassung, dass die Politik zu wenig dafür tut, Menschen den Weg in die eigenen vier Wände zu ermöglichen.
Die Zahlen beschreiben damit ein Problem, das über den Wohnungsmarkt hinausgeht: Der Traum vom Eigentum ist noch da. Aber das Vertrauen, ihn aus eigener Kraft erreichen zu können, geht verloren. Nicht aus mangelndem Fleiß oder fehlender Durchsetzungskraft, sondern weil das Eigenheim inzwischen schlicht so unerreichbar scheint.
Warum Eigentum immer schwerer erreichbar wird
Der Weg in die eigenen vier Wände ist in den vergangenen Jahren deutlich schwieriger geworden. Hohe Bau- und Finanzierungskosten treffen auf teure Grundstücke, Erwerbsnebenkosten und komplexe Bauvorschriften. Wer bauen möchte, muss zudem häufig lange Planungs- und Genehmigungsverfahren durchlaufen.
Und die Belastung endet nicht mit dem Kauf. Grundsteuer, kommunale Gebühren, Energie und weitere laufende Kosten bestimmen mit darüber, ob Eigentum langfristig bezahlbar bleibt.
Für junge Menschen ist das besonders problematisch. Denn ihnen fehlt naturgemäß häufig das Eigenkapital, das über Jahrzehnte aufgebaut werden konnte. Eigentum als Altersvorsorge und Zukunftsperspektive wird so immer mehr zu Ausnahme.
Wir fordern einen Kurswechsel.
Eigentumsbildung muss günstiger, einfacher und planbarer werden.
10 Punkte für mehr Wohneigentum
• Grunderwerbsteuer-Befreiung für Ersterwerber selbstgenutzter Immobilien
• zweckgebundener Erwerbsnebenkosten-Bonus für unter 35-Jährige
• Eigenkapitalersatzdarlehen für Selbstnutzer
• Steuerfreibetrag für Mieteinnahmen (aus der ersten vermieteten Immobilie) bis 6.000 Euro jährlich
• Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer für die erste vermietete Immobilie
• erhöhte Sonder-AfA für private Kleinvermieter
• Begrenzung beim Sofortabzug anschaffungsnaher Herstellungskosten aufheben (Sanierung)
• steuerliche Absetzbarkeit energetischer Sanierungskosten bei der Erbschaftsteuer
• Höchsthebesätze der Grundsteuer
• fiktive AfA für selbstnutzende Eigentümer
Eigentum ist mehr als eine Wohnform
Wohneigentum bedeutet Unabhängigkeit, Gestaltungsfreiheit und Vermögensaufbau. Für viele Menschen ist das eigene Zuhause zugleich ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge.
Deshalb darf Deutschland sich nicht damit abfinden, wenn eine junge Generation zwar weiterhin von den eigenen vier Wänden träumt, diesen Traum aber zunehmend für unerreichbar hält.