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Mietshaus

Mieten sind zwischen 2015 und 2020 bezahlbarer geworden

Eine jüngst veröffentlichte Studie von Haus & Grund Deutschland belegt, dass das Wohnen zur Miete in fast allen Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands bezahlbarer geworden ist. Während die Löhne im Bundesdurchschnitt um 11,3 Prozent stiegen, erhöhten sich die Bestandsmieten im selben Zeitraum um 6,0 Prozent und die Neuvertragsmieten um 6,6 Prozent.

Die Auswertung der Daten zeigt, dass die alleinige Betrachtung der Entwicklung der Mieten kein ausreichender Indikator ist, um die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu beschreiben und wohnungspolitische Handlungsempfehlungen zu formulieren. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die positive Entwicklung der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt dazu beitrug, dass die Mieten in den letzten Jahren vielerorts bezahlbarer wurden oder im Verhältnis etwa gleich blieben.

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Bezahlbarkeit von Bestandsmieten 2015-2020
Bezahlbarkeit von Bestandsmieten 2015-2020

Die Berechnung der Bezahlbarkeit von Bestandsmieten zwischen 2015 und 2020 auf Kreisebene zeigt, dass die Mieten nur in vier Kreisen und kreisfreien Städten stärker stiegen als die Löhne (magentafarbene Kreise). In 378 Kreisen und kreisfreien Städten hingegen wurde Mieten bezahlbarer (blau gefärbte Kreise).

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Bezahlbarkeit von Neuvertragsmieten 2015-2020
Bezahlbarkeit von Neuvertragsmieten 2015-2020

Bei den Neuvertragsmieten waren es 55 Kreise und kreisfreien Städte, in denen der Lohnzuwachs geringer ausfiel als die Mietsteigerung. In weiteren 46 Kreisen und kreisfreien Städten stiegen die Neuvertragsmieten und die Löhne auf einem nahezu gleichen Niveau. Von nahezu gleichbleibenden Mieten sprechen wir bei einer Differenz des Lohn- und Mietzuwachses von unter einem Prozentpunkt. Für Neuvertragsmieter wurden die Mieten wiederum in 300 Kreisen und kreisfreien Städten bezahlbarer.

Ein besonderes Augenmerk verdienen auch die sieben sogenannten A-Städte Hamburg, Köln, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Berlin, München und Stuttgart, in denen gerne von einer Mietexplosion gesprochen wird. In allen stiegen zwischen 2015 bis 2020 die Löhne stärker als die Mieten – sie wurden mithin bezahlbarer. Der stärkste Lohnanstieg innerhalb dieser Städte fand mit über 17 Prozent in Berlin statt.

 

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Bezahlbarkeit von A-Städten 2015-2020
Bezahlbarkeit von A-Städten 2015-2020
Fazit

 

Die regionalen Preissteigerungen sind ein Mengenproblem, – eine hohe Nachfrage nach Mietwohnungen trifft auf ein zu geringes Angebot.

Die regionalen Zahlen sind Durchschnittswerte, hinter denen sich sowohl noch weniger belastete, aber auch überlastete Haushalte verbergen. Maßnahmen für eine bessere Bezahlbarkeit des Wohnens müssen sich auf die Personengruppen konzentrieren sollten, die nachweislich Probleme haben. Dazu zählen laut der Zahlen von destatis Alleinerziehende sowie alleinstehende Rentner und Studenten.

 

 

In der Untersuchung hat Haus & Grund Deutschland die Lohnentwicklung von 2015 bis 2020 der Mietentwicklung im selben Zeitraum gegenübergestellt. Grundlage für die Lohnentwicklung sind die Angaben der Bundesagentur für Arbeit zu sozialversicherungspflichtigen Bruttoarbeitsentgelten. Die Angaben zu den Mieten basieren auf Daten des Instituts F+B. Die vollständige Studie inklusive der zugrunde liegenden Methodik können Sie downloaden.