Private Vermieter verlieren das Vertrauen – Haus & Grund Bremen warnt vor den Folgen für den Wohnungsmarkt
Steigende Kosten, immer neue Vorschriften und fehlende Planungssicherheit gefährden Investitionen in Bremen und Bremerhaven
Die Stimmung unter privaten Vermietern verschlechtert sich weiter. Die zweite Erhebung des bundesweiten WohnKlima-Index von Haus & Grund Deutschland zeigt deutlich: Während die Nachfrage nach Mietwohnungen ungebrochen hoch bleibt, verlieren immer mehr private Eigentümer das Vertrauen in die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Für Haus & Grund Bremen ist das ein deutliches Warnsignal – auch für den Wohnungsmarkt in Bremen und Bremerhaven. „Die Politik darf sich nicht länger von der Tatsache täuschen lassen, dass Wohnungen schnell vermietet werden. Ein funktionierender Wohnungsmarkt lebt nicht allein von einer hohen Nachfrage, sondern vor allem von Menschen, die bereit sind, ihr Geld in Wohnraum zu investieren. Genau diese Bereitschaft nimmt immer weiter ab“, erklärt Ingmar Vergau, Geschäftsführer vom Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
„Die Ergebnisse der Befragung sprechen eine deutliche Sprache. Mehr als jeder dritte private Vermieter berichtet von einer verschlechterten finanziellen Situation. Gleichzeitig rechnen immer mehr Eigentümer damit, dass sich ihre wirtschaftliche Lage in den kommenden Monaten weiter verschlechtert. Die Kosten für Instandhaltung und Modernisierung steigen massiv, während immer neue gesetzliche Vorgaben und Regulierungen den Handlungsspielraum zusätzlich einengen“, so Vergau.
„Die Politik diskutiert fast täglich über neue Pflichten, neue Verbote und neue Einschränkungen für Vermieter. Kaum jemand spricht darüber, wie diese Vorgaben überhaupt noch finanziert werden sollen. Wer private Vermieter immer weiter belastet, darf sich nicht wundern, wenn Investitionen ausbleiben.“
Gerade in Bremen und Bremerhaven seien die Folgen besonders gravierend. Der überwiegende Teil der Mietwohnungen werde nicht von großen Wohnungskonzernen, sondern von privaten Eigentümern bereitgestellt. Viele besitzen lediglich ein oder zwei Wohnungen und investieren ihr privates Vermögen in den Erhalt ihrer Immobilien.
„Diese Menschen sind keine renditegetriebenen Großinvestoren. Es sind Familien, Rentner oder Berufstätige, die Verantwortung für ihre Immobilien übernehmen. Wer sie mit immer neuen Auflagen überzieht, trifft genau diejenigen, die den Wohnungsmarkt seit Jahrzehnten stabil halten.“
Besonders kritisch bewertet Haus & Grund Bremen die ständig wachsende Regulierungsdichte. Die überwältigende Mehrheit der Vermieter empfindet gesetzliche Eingriffe inzwischen als erhebliche Belastung und rechnet mit weiteren Verschärfungen.
„Es entsteht der Eindruck, dass jeder neue wohnungspolitische Vorschlag zuerst danach bewertet wird, welche zusätzliche Verpflichtung man Vermietern noch auferlegen kann. Dieses politische Klima zerstört Vertrauen. Wer ständig befürchten muss, dass morgen neue Eingriffe beschlossen werden, investiert heute nicht mehr.“
Gleichzeitig bleibe die Nachfrage nach Mietwohnungen unverändert hoch. Die Wohnungen stünden nicht leer – im Gegenteil. Das eigentliche Problem liege längst auf der Angebotsseite. „Es fehlt nicht an Mietern. Es fehlt zunehmend an Menschen, die noch bereit sind, Wohnraum zu schaffen, zu modernisieren und dauerhaft zu vermieten. Genau das müsste die Politik endlich erkennen.“
Haus & Grund Bremen fordert deshalb einen grundlegenden Kurswechsel in der Wohnungs- und Mietenpolitik. „Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch immer neue Regulierungen, sondern durch Investitionen. Wer den privaten Vermietern ständig neue Lasten aufbürdet, erreicht das Gegenteil dessen, was politisch gewollt ist. Am Ende werden Modernisierungen verschoben, Investitionen unterlassen und Wohnungen vom Markt genommen. Leidtragende sind dann nicht die Vermieter, sondern vor allem die Wohnungssuchenden.“
Vergau fordert Bund und Bremen auf, private Eigentümer wieder als Partner der Wohnraumpolitik zu begreifen. „Gerade Bremen braucht mehr Wohnungen und nicht mehr Vorschriften. Wer ernsthaft mehr Wohnraum schaffen und erhalten will, muss endlich auf Entlastung statt auf immer neue Belastungen setzen. Andernfalls wird sich die Wohnungsknappheit weiter verschärfen – und das trotz ungebrochener Nachfrage.“