EU-Kommission bestätigt Haus & Grund: Bremen braucht weniger Mietregulierung und mehr Investitionsanreize
Der Haus & Grund Landesverband Bremen e.V. sieht sich durch die aktuellen Empfehlungen der Europäischen Kommission zur Wirtschafts- und Sozialpolitik in seiner Kritik an der deutschen und Bremer Wohnungspolitik bestätigt. Die Kommission stellt ausdrücklich fest, dass Mietregulierungen die Ursachen der Wohnungsknappheit nicht beseitigen, Investitionsanreize schwächen und die effiziente Nutzung des vorhandenen Wohnraums behindern können.
Gleichzeitig beschreibt der aktuelle Monitoringbericht „Wohnen und Bauen“ der Bremer Baubehörde genau die Entwicklungen, vor denen Haus & Grund seit Jahren warnt: Der Wohnungsmarkt wird zunehmend unbeweglich, die Zahl der Wohnungsangebote geht zurück und die Schere zwischen Bestands- und Neuvertragsmieten öffnet sich immer weiter.
Die Europäische Kommission kommt zu denselben Erkenntnissen wie Haus & Grund. Wohnraummangel entsteht nicht durch zu hohe Mieten, sondern durch zu wenige Wohnungen. Wer dieses Problem lösen will, muss Investitionen ermöglichen statt sie durch immer neue Regulierungen zu erschweren“, erklärt Ingmar Vergau, Geschäftsführer des Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Nach Angaben der Bremer Baubehörde zahlen rund 90 Prozent der Mieterinnen und Mieter Bestandsmieten von durchschnittlich weniger als acht Euro pro Quadratmeter. Demgegenüber lagen die Angebotsmieten Anfang 2025 bereits bei durchschnittlich 11,17 Euro pro Quadratmeter.
Für Haus & Grund sind diese Zahlen kein Beleg für ein Marktversagen, sondern Ausdruck der wirtschaftlichen Realität. Die Kosten für Grundstücke, Baumaterialien, Handwerksleistungen, Finanzierung, energetische Anforderungen und behördliche Vorgaben sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Gleichzeitig wurden Vermieter durch immer neue gesetzliche Anforderungen zusätzlich belastet.
„Während die durchschnittliche Bestandsmiete in Bremen weiterhin unter acht Euro pro Quadratmeter liegt, zeigen die Angebotsmieten von rund elf Euro pro Quadratmeter, welche Mieten heute mindestens erforderlich sind, um Wohnungsbau und Modernisierung überhaupt wirtschaftlich darstellen zu können. Wer diese Realität politisch ignoriert, wird weder zusätzliche Wohnungen schaffen noch den Wohnraummangel beseitigen“, so Vergau.
Der Landesverband verweist darauf, dass sich die Baukosten seit 2010 nahezu verdoppelt haben und Neubauprojekte vielerorts nicht mehr wirtschaftlich kalkuliert werden können. Gleichzeitig sind die Wohnungsbauinvestitionen in Deutschland nach Feststellungen der Europäischen Kommission bereits im vierten Jahr in Folge rückläufig. Die Zahl der Baugenehmigungen ist bundesweit drastisch eingebrochen.
Nach Auffassung von Haus & Grund verschärfen Mietpreisbremse, Kappungsgrenzen und weitere Eingriffe diese Entwicklung zusätzlich. Die Regulierung führt dazu, dass viele Menschen verständlicherweise in ihren günstigen Bestandswohnungen verbleiben. Die Folge ist ein immer unbeweglicherer Wohnungsmarkt mit sinkender Fluktuation und weniger verfügbaren Wohnungen für Familien, Berufseinsteiger und Zuziehende.
Selbst die Bremer Baubehörde beschreibt die Situation inzwischen als „eingefrorenen Wohnungsmarkt“. Genau auf diesen Zusammenhang weist auch die Europäische Kommission hin. Die zunehmende Differenz zwischen Bestands- und Neuvertragsmieten sei ein Hinweis darauf, dass Regulierungen die Mobilität am Wohnungsmarkt beeinträchtigen und Fehlanreize setzen können.
„Wer den Wohnungsmarkt dauerhaft reguliert, ohne die Ursachen des Mangels zu beseitigen, verschärft die Probleme am Ende selbst. Bremen braucht keinen weiteren Ausbau der Mietpreisregulierung, keine Miet-Melde-Stellen und keine zusätzlichen Sanktionen gegen private Vermieter. Bremen braucht mehr Wohnungen, mehr Investitionen und mehr Vertrauen in diejenigen, die den überwiegenden Teil des Wohnraums bereitstellen“, erklärt Vergau.
Private Eigentümer seien unverzichtbar für die Wohnraumversorgung. Sie stellen in Bremen mehr als 60 Prozent aller Mietwohnungen. Der Haus & Grund Landesverband Bremen e.V. fordert deshalb den Senat auf, die Mietpreisbremse, die Kappungsgrenzenverordnung und weitere Markteingriffe kritisch zu überprüfen und sich auf die Schaffung neuer Wohnungen zu konzentrieren.
„Die Europäische Kommission hat deutlich gemacht, dass immer neue Regulierungen keine einzige Wohnung schaffen. Wenn Bremen den Wohnraummangel wirklich bekämpfen will, muss Bauen wieder wirtschaftlich möglich werden. Der Schlüssel liegt nicht in zusätzlichen Verboten, sondern in besseren Rahmenbedingungen für Investitionen, Neubau und Modernisierung“, so Vergau abschließend.
Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Der Haus & Grund Landesverband Bremen e.V. vertritt die Interessen von mehr als 7.500 privaten Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümern im Land Bremen. Die privaten Eigentümer stellen den überwiegenden Teil des Mietwohnungsbestandes in Bremen und Bremerhaven und sind ein unverzichtbarer Partner für die Wohnraumversorgung.