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Berliner Vermieterbefragung 2026

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Wie wahrscheinlich wäre es, dass Sie Ihre Vermietertätigkeit ganz oder teilweise aufgeben und Wohnraum verkaufen? 14,8 % sehr wahrscheinlich, 18,7 % stark wahrscheinlich, 23,2 % wahrscheinlich, 2,6 % weiß nicht, 27,1 % wenig wahrscheinlich, 13,5 % überhaupt nicht wahrscheinlich.

Die Berliner Ergebnisse der bundesweiten Vermieterbefragung 2026 liefern ein aussagekräftiges Bild über die Situation privater Vermieterinnen und Vermieter. Die Daten bestätigen viele Entwicklungen, die Haus & Grund Berlin seit Jahren gegenüber Politik und Öffentlichkeit anspricht.

1. Mietanpassungen erfolgen überwiegend zurückhaltend

Nur rund 40 % der Befragten haben in den vergangenen Jahren ihre Mieten angepasst, während 60 % keine Mietpreiserhöhung vorgenommen haben.

Auch das Anpassungsverhalten zeigt eine sehr moderate Vermietungspraxis:

 

  • rund 40 % erhöhen ihre Mieten lediglich moderat alle drei bis fünf Jahre,
  • 22 % haben ihre Mieten sogar über einen Zeitraum von fünf Jahren oder länger überhaupt nicht angepasst,
  • knapp 9 % nehmen ausdrücklich Rücksicht auf langjährige Mieter,
  • lediglich 12 % orientieren sich regelmäßig an der aktuellen Marktentwicklung.

 

Diese Ergebnisse widersprechen deutlich dem häufig gezeichneten Bild einer flächendeckenden Ausnutzung von Mieterhöhungsmöglichkeiten.

2. Der Mietspiegel bleibt die wichtigste Orientierung

Für die Festlegung angemessener Mieten ist der kommunale Mietspiegel mit Abstand die wichtigste Informationsquelle.

 

  • 77,6 % orientieren sich am Mietspiegel,
  • lediglich 19,3 % nutzen Immobilienportale,
  • 13,9 % nehmen die Beratung von Haus & Grund in Anspruch.

 

Dies unterstreicht die hohe Akzeptanz qualifizierter Mietspiegel als zentrales Instrument der Mietpreisbildung.

3. Mieteinnahmen dienen häufig der privaten Vermögenssicherung

Die jährlichen Mieteinnahmen unterscheiden sich stark. Der Median liegt bei 23.000 € pro Jahr.

Für die Mehrheit der Befragten stellen die Mieteinnahmen keinen alleinigen Lebensunterhalt dar:

 

  • 36 % erzielen einen moderaten Anteil ihres Haushaltseinkommens aus Vermietung,
  • 29 % lediglich einen geringen Anteil,
  • nur 20 % bestreiten ihren Lebensunterhalt überwiegend aus den Mieteinnahmen.

 

Auch die wirtschaftliche Situation ist insgesamt solide:

 

  • knapp 50 % erzielen Überschüsse,
  • bei 32 % decken die Einnahmen lediglich die Ausgaben,
  • lediglich 16 % geben an, dass die Ausgaben die Einnahmen übersteigen.

 

Damit bestätigt sich erneut, dass die überwiegende Zahl der privaten Vermieter keine renditeorientierten Großinvestoren sind, sondern langfristig wirtschaftende Eigentümer.

4. Investitionen werden vor allem durch mangelnde Wirtschaftlichkeit verhindert

Ein zentrales Ergebnis betrifft das Modernisierungsverhalten.

Die größten Investitionshemmnisse sind:

 

  • fehlende Rentabilität (57,3 %),
  • komplizierte mietrechtliche Anforderungen (41,3 %),
  • bürokratische Hürden (40,0 %),
  • Widerstand der Mieter (20,3 %).

 

Nur 14,5 % sehen keinerlei Hindernisse für Investitionen.

Bemerkenswert ist außerdem, dass 62 % keinerlei öffentliche Förderungen in Anspruch genommen haben. Investitionen werden überwiegend aus Eigenkapital finanziert (rund 70 %).

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass weniger fehlende Investitionsbereitschaft als vielmehr wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen Modernisierungen erschweren.

5. Konflikte entstehen überwiegend im laufenden Mietverhältnis

Etwa die Hälfte aller Vermieter berichtet von Konflikten mit Mietern.

Die häufigsten Streitpunkte sind:

 

  • Verstöße gegen die Hausordnung,
  • Mängel in der Wohnung,
  • Betriebskostenabrechnungen,
  • Mietausfälle.

 

Mieterhöhungen spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle und machen nur einen vergleichsweise kleinen Teil aller Konflikte aus.

6. Politische Regulierungen erhöhen die Verunsicherung

Besonders kritisch werden weitere regulatorische Eingriffe bewertet.

Eine starke Belastung sehen die Befragten insbesondere bei:

 

  • zusätzlichen Erschwernissen von Räumungsverfahren,
  • Einschränkungen bei Zahlungsrückständen,
  • Begrenzungen der Umlagefähigkeit von Betriebskosten,
  • reduzierten Modernisierungsmieterhöhungen,
  • strengeren Begrenzungen von Mieterhöhungen im Bestand.

 

Demgegenüber werden Maßnahmen wie:

 

  • Kurzzeitvermietungsverbote,
  • Regulierungen möblierter Wohnungen,
  • Einschränkungen von Staffel- oder Indexmieten

 

von einer Mehrheit nur als geringe oder gar keine Belastung wahrgenommen.

7. Bereitschaft zum Verkauf von Wohnraum

Besonders bemerkenswert ist die Antwort auf die Frage nach der Aufgabe der Vermietungstätigkeit.

Aufgrund weiterer regulatorischer Eingriffe halten

 

  • 15 % einen Verkauf für sehr wahrscheinlich,
  • 19 % für stark wahrscheinlich,
  • 23 % für wahrscheinlich.

 

Damit können sich über die Hälfte der Befragten (56,5 %) grundsätzlich vorstellen, ihre Vermietung ganz oder teilweise aufzugeben und Wohnraum zu verkaufen.

Dieses Ergebnis ist aus wohnungspolitischer Sicht besonders relevant. Es bestätigt die Sorge, dass eine zunehmende Regulierungsdichte insbesondere kleinere private Vermieter aus dem Markt drängen kann. Dadurch droht langfristig eine weitere Konzentration des Wohnungsbestandes bei größeren institutionellen Eigentümern.

Fazit

Die Berliner Befragung bestätigt in weiten Teilen die Positionen von Haus & Grund Berlin:

 

  • Private Vermieter handeln überwiegend langfristig und zurückhaltend.
  • Mietsteigerungen erfolgen meist moderat und orientieren sich am Mietspiegel.
  • Die größten Investitionshemmnisse sind mangelnde Wirtschaftlichkeit, Bürokratie und komplexe gesetzliche Vorgaben.
  • Weitere regulatorische Eingriffe führen zu erheblicher Verunsicherung und erhöhen die Bereitschaft, Wohnraum zu veräußern.

 

Die Ergebnisse liefern damit eine belastbare empirische Grundlage für die politische Interessenvertretung von Haus & Grund Berlin und unterstützen unsere Forderung nach verlässlichen, investitionsfreundlichen und praxistauglichen Rahmenbedingungen für private Eigentümer.

Bewertung aus Sicht von Haus & Grund Berlin

Die Ergebnisse der Berliner Vermieterbefragung bestätigen eindrucksvoll die Positionen, die Haus & Grund Berlin seit Jahren gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit vertritt. Sie zeigen, dass das Bild des renditeorientierten Vermieters mit der Realität der überwiegend privaten Kleinvermieter in Berlin nur wenig gemein hat.

Die Befragung macht deutlich, dass private Vermieter verantwortungsvoll und langfristig handeln. Mietanpassungen erfolgen überwiegend moderat und häufig über viele Jahre hinweg gar nicht. Der qualifizierte Berliner Mietspiegel dient dabei für die große Mehrheit als wichtigste Orientierung. Dies unterstreicht, dass bereits heute ein funktionierendes Instrument zur marktgerechten Mietpreisbildung existiert.

Besonders besorgniserregend ist hingegen die Erkenntnis, dass fehlende Wirtschaftlichkeit, steigende Bürokratie und immer komplexere gesetzliche Vorgaben inzwischen die größten Investitionshemmnisse darstellen. Damit bestätigt die Befragung, dass nicht mangelnde Investitionsbereitschaft der Eigentümer das Problem ist, sondern politische Rahmenbedingungen, die Investitionen zunehmend unattraktiv machen.

Gerade vor dem Hintergrund der notwendigen energetischen Sanierung des Gebäudebestandes ist dies ein alarmierendes Signal. Die Politik erwartet erhebliche Investitionen privater Eigentümer, verschlechtert gleichzeitig aber durch zusätzliche Regulierungen und eingeschränkte Refinanzierungsmöglichkeiten die wirtschaftlichen Voraussetzungen. Wer Klimaziele erreichen möchte, muss Eigentümern Planungssicherheit, wirtschaftliche Perspektiven und verlässliche Förderbedingungen bieten.

Auch die Berliner Gesetzgebung der vergangenen Monate verstärkt diese Entwicklung. Mit dem beschlossenen Mietenkataster entstehen zusätzliche Dokumentations- und Meldepflichten, ohne dass dadurch neuer Wohnraum geschaffen oder Investitionen erleichtert werden. Die Befragung zeigt vielmehr, dass zusätzliche Bürokratie unmittelbar zu einer sinkenden Investitionsbereitschaft beiträgt.

Besonders nachdenklich stimmen die Antworten zur zukünftigen Vermietungsbereitschaft. Mehr als die Hälfte der Befragten kann sich vorstellen, ihre Wohnungen aufgrund weiterer regulatorischer Eingriffe ganz oder teilweise zu verkaufen. Dieses Ergebnis sollte von der Berliner Politik sehr ernst genommen werden. Wenn private Eigentümer den Wohnungsmarkt verlassen, profitieren häufig größere Kapitalgesellschaften oder institutionelle Investoren. Das Ziel einer vielfältigen Eigentümerstruktur und einer persönlichen Vermietung wird dadurch geschwächt.

Für Haus & Grund Berlin ergibt sich daraus ein klarer politischer Auftrag. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen,

 

  • bürokratische Belastungen konsequent abzubauen,
  • Investitionen in den Gebäudebestand wirtschaftlich zu ermöglichen,
  • Eigentumsrechte zu stärken,
  • den Berliner Mietspiegel als bewährtes und anerkanntes Instrument zu erhalten und
  • zusätzliche Regulierungen kritisch zu hinterfragen, wenn sie weder mehr Wohnraum schaffen noch einen erkennbaren Nutzen für Mieter oder Vermieter bringen.

 

Die Befragung liefert hierfür eine wichtige empirische Grundlage. Sie zeigt, dass private Vermieter Teil der Lösung der Wohnungsfrage sein können – vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen ermöglichen wirtschaftliches Handeln, statt dieses zunehmend zu erschweren.