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„Weniger Parkplätze und Straßen werden in Zukunft unvermeidbar sein“

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Burkhard Jung
Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages | ©Städtetag/Helge Krückenberg
Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages und OB von Leipzig aus einem Interview mit der Kölnische/Bonner Rundschau am 22. August über die Kommunalfinanzen und die Finanzierung der Klimafolgekosten. 

Auszüge: 

Frage: „Kosten zu senken, wird auch beim Hitzeschutz kaum möglich sein. Der Städtetag fordert mehr Geld für Entsiegelung und Begrünung. Müssen Straßen und Parkplätze weichen, damit Städte besser mit Hitze und Starkregen klarkommen? 

Jung: „Weniger Parkplätze und Straßen werden in der Zukunft unvermeidbar sein, wenn wir mit den Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels klarkommen wollen. Jeder Baum ist ein Segen für eine Stadt. Und in dem Moment, wo ich Bäume pflanze oder Regenspeicher anlege, muss etwas anderes weichen. Sechsspurige Straßen in Städten können nicht mehr länger die Lösung sein.“

Frage: „In Zukunft werden nicht nur Parkplätze knapper, sondern auch Wasser. Werden leere Brunnen und Verbote für Pools und Bewässerungen zum Normalzustand?“

Jung: „Mit Blick auf den Rhein oder die Donau befürchte ich, dass das erst der Anfang von dem ist, was auf uns zukommt. Damit müssen wir umgehen. Deswegen unterstütze ich die Forderung, Klimaanpassung in das Grundgesetz aufzunehmen. Das würde aus dem ganzen Thema eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Kommunen machen, für die Geld bereitgestellt werden muss. Derzeit reicht die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommunen nicht, um hier investieren zu können, weil es eine freiwillige Leistung ist. So kann es nicht weitergehen.“

FF