Vermarktungsstart für ersten Nachhaltigkeits-Schuldschein der Bundesstadt Bonn
Die Bundesstadt Bonn startete am Dienstag, 14. April 2026, die Vermarktungsphase ihres ersten Nachhaltigkeits-Schuldscheins mit einem Mindestvolumen von 100 Millionen Euro. Die Stadt möchte darüber institutionelle Anleger gewinnen, in Klimaschutz-Projekte zu investieren.
Der Abschluss der Kapitalmarkt-Transaktion ist für 12. Mai geplant; im Anschluss werden die eingeworbenen Mittel nachhaltigen, bereits abgeschlossenen und abgestimmten Projekten zugeordnet. Die Mittel fließen in Maßnahmen mit klarer ökologischer Wirkung, darunter umweltfreundliche Gebäude, wie z.B. in den Neubau der Gemeinschaftsgrundschule Am Apfelgarten in Bonn-Buschdorf oder in die Modernisierung der Kläranlagen für ein nachhaltiges (Ab-) Wassermanagement.
„Die kommunal zu stemmenden Investitionen auf dem Weg zur Klimaneutralität sind enorm. Wenn die Stadt ihrer Vorreiterrolle gerecht werden will, braucht es innovative Finanzierungswege – und genau dafür steht dieser Nachhaltigkeits-Schuldschein“ so kommentiert betont Oberbürgermeister Guido Déus.
Auch Stadtkämmerer Michael Fark bewertet die Chancen positiv: „Der nachhaltige Schuldschein erweitert unser Finanzierungsportfolio um ein strategisch wichtiges Instrument. Er ermöglicht uns, große Transformationsprojekte verlässlich zu finanzieren. Zugleich – und dies ist ein wichtiges Ziel - erschließen wir neue Investorengruppen für Bonn. Die sehr gute Bewertung durch die Second Party Opinion zeigt, dass unser nachhaltiges Finanzierungsrahmenwerk höchsten Marktstandards entspricht.“
Auch die Stadtwerke Bonn beteiligen sich an der Emission und werden einen kleineren Teil des 100-Millionen-Euro-Volumens als Konzernkredit der Stadt zur Finanzierung nachhaltiger Transformationsinvestitionen im SWB-Konzern erhalten.
Mit diesem modernen Finanzierungsinstrument als Alternative zum klassischen Kommunalkredit richtet sich die Stadt an den Kapitalmarkt und erhofft sich davon, neue Investorengruppen wie z.B. Versicherungen oder Pensionskassen zu erschließen, die mit einem klassischen Kommunalkredit nicht erreicht werden können. Damit stärkt die Stadt ihre Nachhaltigkeitstransformation und geht einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität. Vorbilder sind Köln, Münster, Hannover und München.
Kommunen nutzen Nachhaltigkeits-Schuldscheine auch, weil die gewaltigen Investitionen der Nachhaltigkeitstransformation nicht mehr allein über klassische Kommunalkredite finanzierbar sind. Ein Nachhaltigkeits-Schuldschein kann günstiger sein als ein Kommunalkredit, muss es aber nicht. Ob er günstiger ist, hängt unter anderem vom Marktumfeld und der Investorennachfrage ab.
Partner sind die ING Bank und die Sparkasse KölnBonn
Mit der Vermarktung und Platzierung der ersten Emission wurde die ING Bank beauftragt. Gemeinsam wurde im Vorfeld ein Rahmenwerk ausgearbeitet, welches die Bedingungen für so genannte „grüne“ Finanzierungen beschreibt und sich an den allgemein anerkannten Marktstandards der "Green Bond Principles" der International Capital Market Association (ICMA) und der "Green Loan Principles" der Loan Market Association (LMA) orientiert. Dieses Rahmenwerk wurde anschließend durch die unabhängige Nachhaltigkeitsagentur Moodys im Rahmen einer "Second Party Opinion (SPO)" geprüft und bestätigt, dass das Rahmenwerk, welches mit einer Nachhaltigkeitsqualität „sehr gut“ bewertete wurde, im Einklang mit den Green Bond und Green Loan Principles steht.
Neben der ING Bank als Sole Lead Arrangeur – also als strukturierende und koordinierende Bank sowie Zahlstelle - fungiert die Sparkasse KölnBonn als Co Arrangeurin und steht Investoren zur Verfügung, die den Austausch mit einer regionalen Partnerin suchen, und spricht potenzielle Investoren aus dem eigenen Kundenkreis sowie andere Sparkassen gezielt an.
FF