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Mehr Baugenehmigungen für den Wohnungsbau im ersten Halbjahr 2026: Noch keine Entwarnung

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Wohnen an der Schlossallee
Auch in Bonn werden Wohnungen gebaut oder noch geplant. Hier ein Blick auf das Wohnen an der Schlossallee in Mehlem. (Visualisierung: 3-L-Projekt GmbH)
Im ersten Halbjahr 2026 wurde der Bau von 126.300 Wohnungen genehmigt – 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Aufwärtstrend gilt für alle Gebäudearten. Das berichtet das Team Wohnungspolitik von Haus & Grund Deutschland

Besonders deutlich stiegen die Genehmigungen für Wohnungen in Zweifamilienhäusern um 27,3 Prozent. Bei Einfamilienhäusern betrug das Plus 12,7 Prozent. Der Anstieg erfolgt von einem historisch niedrigen Niveau. Von einer nachhaltigen Trendwende kann daher noch nicht gesprochen werden.

Im Juni 2026 genehmigten die Behörden insgesamt 21.600 Wohnungen. Das waren 13,8 Prozent mehr als im Juni 2025. Neben dem Neubau nahm auch die Zahl der Umbauten von Bestandsbauten zu, um neuen Wohnraum zu schaffen.

Der prozentuale Anstieg sei erfreulich, so Haus & Grund, im Verhältnis zu 2016 aber dennoch niedrig. Mit 126.300 genehmigten Wohnungen blieb das erste Halbjahr 2026 deutlich unter den 182.800 Wohnungen des Vergleichszeitraumes von 2016. Die aktuellen Zuwächse folgen auf die sehr niedrigen Genehmigungszahlen der Jahre 2024 und 2025.           

Kurzeinschätzung von Haus & Grund: Ermutigendes Signal

Die höheren Genehmigungszahlen sind ein ermutigendes Signal, aber noch kein Beleg für eine nachhaltige Trendwende. Ob genehmigte Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden, hängt von den gesamten Investitionsbedingungen ab. Private Bauherren und Vermieter berücksichtigen dabei neben Baukosten und Finanzierung auch die langfristigen rechtlichen Bedingungen der Vermietung. Weitere Verschärfungen im Mietrecht erhöhen die Unsicherheit und können positive Impulse im Wohnungsbau wieder ausbremsen. Eine erfolgreiche Wohnungspolitik muss Bau- und Mietrecht deshalb zusammendenken: mit schnelleren Verfahren, geringeren Kosten, verlässlichen Regeln und ausreichend Raum für private Investitionen. Staatliche Programme können diese Investitionen unterstützen, aber nicht ersetzen.