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Mehr Baugenehmigungen, aber noch keine Entwarnung

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Themenfoto Mehr Wohnungsbau
Themenbild Wohnungsbau | (c) Meike Böschemeyer
Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2026
  • Im ersten Halbjahr 2026 wurden 126.300 Wohnungen genehmigt – 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
  • Besonders deutlich stiegen die Genehmigungen für Wohnungen in Zweifamilienhäusern um 27,3 Prozent. Bei Einfamilienhäusern betrug das Plus 12,7 Prozent.
  • Der Anstieg erfolgt von einem historisch niedrigen Niveau. Von einer nachhaltigen Trendwende kann daher noch nicht gesprochen werden.

Im Juni 2026 genehmigten die Behörden insgesamt 21.600 Wohnungen. Das waren 13,8 Prozent mehr als im Juni 2025. Neben dem Neubau legte auch die Schaffung von Wohnungen durch den Umbau bestehender Gebäude zu.

Aufwärtstrend bei allen Gebäudearten | In neuen Wohngebäuden wurden im ersten Halbjahr 103.100 Wohnungen genehmigt – 15,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Davon entfielen 24.000 Wohnungen auf Einfamilienhäuser, 7.700 auf Zweifamilienhäuser und 67.000 auf Mehrfamilienhäuser. Hinzu kamen 20.800 Wohnungen, die durch Umbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden entstehen sollen.

Das Ausgangsniveau bleibt niedrig | Der prozentuale Anstieg ist erfreulich, darf aber nicht über die Größenordnung hinwegtäuschen: Mit 126.300 genehmigten Wohnungen blieb das erste Halbjahr 2026 deutlich unter den 182.800 Wohnungen des ersten Halbjahres 2016. Die aktuellen Zuwächse folgen auf die sehr niedrigen Genehmigungszahlen der Jahre 2024 und 2025.

Kurzeinschätzung von Haus & Grund | Die höheren Genehmigungszahlen sind ein ermutigendes Signal, aber noch kein Beleg für eine nachhaltige Trendwende. Ob genehmigte Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden, hängt von den gesamten Investitionsbedingungen ab. Private Bauherren und Vermieter berücksichtigen dabei neben Baukosten und Finanzierung auch die langfristigen rechtlichen Bedingungen der Vermietung. Weitere Verschärfungen im Mietrecht erhöhen die Unsicherheit und können positive Impulse im Wohnungsbau wieder ausbremsen. Eine erfolgreiche Wohnungspolitik muss Bau- und Mietrecht deshalb zusammendenken: mit schnelleren Verfahren, geringeren Kosten, verlässlichen Regeln und ausreichend Raum für private Investitionen. Staatliche Programme können diese Investitionen unterstützen, aber nicht ersetzen.

MG

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