Direkt zum Inhalt
|

Klimagerecht umgestaltete Budapester Straße ist fertig

Bild
BUDAPESTER UMGESTALTUNG KLIMA
Politischer Initiator des Projektes war Rolf Beu (Grüne), dahinter Arno Hospes (CDU) | ©Meike Böschemeyer
Mehr Grün in der City

Seit Jahren gestaltet die Stadt Bonn ihre öffentlichen Räume konsequent klimafreundlich. Ein sichtbares Beispiel für den Weg zur klimaresilienten Stadt ist im Bonner Zentrum die neugestaltete Budapester Straße am Windeckbunker. Die Idee hat einen persönlichen Vater. Es ist der Stadtverordnete Rolf Beu (Grüne), der auch den Finanzierungsweg wies. Seine Freude über das gute Ergebnis, das er begrüßt, ist in einem Punkt getrübt. Er habe die Umsetzung seiner Überlegungen „gegenüber der Verwaltung durchkämpfen müssen“. Nun ließ sich genau diese Verwaltung feiern.

 Mit Investitionen in Höhe von rund 1,225 Millionen Euro, von denen voraussichtlich 70 Prozent durch die Städtebauförderung gefördert werden, hat das Tiefbauamt der Stadt Bonn den Straßenraum in etwa zwölf Monaten grundlegend umgestaltet. Der bisher stark versiegelte Bereich wurde aufgewertet, besser an die Folgen des Klimawandels angepasst und bietet nun im Zusammenspiel mit dem 2023 fertiggestellten benachbarten Budafok-Park für die Menschen deutlich mehr Aufenthaltsqualität.

Neue Beete, neue Bänke, neue Bäume

Insgesamt wurden rund 335 Quadratmeter Fläche entsiegelt, das entspricht etwa 15 Prozent der Gesamtfläche. 15 neue Bäume aus klimaverträglichen Arten sowie zahlreiche Sträucher und Stauden wurden gepflanzt. Regenwasser wird künftig über Baumrigolen direkt an die Wurzeln geleitet und dort gespeichert. Dies verbessert die Wasserversorgung der Bäume, erhöht die Verdunstung und sorgt gerade an heißen Tagen für einen kühlenden Effekt im öffentlichen Raum.

Zur Aufwertung des Vorfelds des Windeckbunkers entstanden zwei großzügige Pflanzbeete mit Sitzauflagen. Sie erweitern das Angebot des angrenzenden Budafok-Parks und laden zum Verweilen ein. Ergänzt wird dies durch barrierefreie Wege, neue Sitzgelegenheiten und eine klare Gliederung des Platzes.

Funktionalität und Gestaltung in Einklang

Trotz der ambitionierten Ziele war eine vollständige Entsiegelung nicht möglich. Für Zufahrts- und Lieferverkehr sowie als Aufstellfläche für die Feuerwehr wird fester Untergrund benötigt. Zudem begrenzen unterirdische Versorgungsleitungen die Pflanzmöglichkeiten. Umso wichtiger war eine kluge Kombination aus Funktionalität, Klimaanpassung und Gestaltung.

Der Bodenbelag wurde erneuert und an die bereits modernisierten Abschnitte der Budapester Straße angepasst. Das charakteristische Band aus dunklem Basalt-Natursteinkleinpflaster stärkt die Verbindung zur Innenstadt, während die Fläche vor dem Bunker mit länglichen Betonsteinen in Rot-Grau-Tönen gestaltet wurde, die den Bezug zum Budafok-Park aufgreifen.

Abfall in den Untergrund

Ein weiterer Beitrag zur Aufwertung und Ordnung des Platzes: Die bisher oberirdisch sichtbaren Abfallcontainer wurden durch Unterflurcontainer ersetzt. Die Kosten für die zwei unterirdischen Behälter für Altpapier, einen Container für Weißglas und einen Doppelcontainer für Grün- und Braunglas in Höhe von etwa 34.000 Euro hat die "bonnorange AöR" übernommen. Die Kosten für Bau- und Erdarbeiten sind Teil der Investition in die Neugestaltung des Straßenabschnitts gewesen. Die Einwurf-Säulen der Unterflursysteme bieten mit ihrer geringen Höhe einen barrierearmen Zugang und fügen sich harmonisch in die Umgebung ein.

Was der OB dazu sagt

„Dank der finanziellen Unterstützung durch die Städtebauförderung von Bund und Land konnten wir in zwei Schritten zuerst den Park und nun im Anschluss die Budapester Straße aufwerten. Mit der Verschönerung machen wir einen echten Schritt hin zu einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Stadt“, sagte Bonns Oberbürgermeister Guido Déus bei der offiziellen Einweihung. „Wir können hier im Kleinen zeigen, was das Prinzip der nachhaltigen Schwammstadt bedeutet. Die Fläche wurde entsiegelt, Beete und Rigolen angelegt, um Regenwasser nicht direkt in den Kanal einzuleiten, sondern zu speichern und den Pflanzen langfristig vorzuhalten. Gerade bei schönem Wetter wird der Bereich von den Menschen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, angenommen.“

FF