Haus & Grund: Es gibt effektive Sicherheitsmaßnahmen
Einbrecher suchen gezielt nach unzureichend gesicherten Wohnungen oder Häusern. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik dauern die meisten Einbrüche nicht länger als fünf Minuten. Doch bereits relativ einfache Maßnahmen helfen, Täter zu verunsichern und im Idealfall ihre Pläne zu durchkreuzen. Bei Wohnungseinbruchdiebstählen blieb 2025 ein erheblicher Teil der Taten im Versuchsstadium. Bundesweit wurden 82.920 Fälle registriert, darunter 30.810 Versuche.
Haus & Grund weist zu Beginn der dunkler werden Jahreszeit erneut darauf hin: Stabile Fenster- und Türkonstruktionen, funktionierende Verschlusstechnik, ausreichende Beleuchtung sowie Alarmanlagen sind Schutzvorkehrungen, die Einbrechern das Leben schwer machen. Mehr als 80 Prozent aller Einbrecher verschaffen sich über Fenster oder Fenstertüren Zugang zu Häusern und Wohnungen.
Mechanischer Schutz ist entscheidend
Für einen wirksamen Einbruchschutz rät die Polizei, den Fokus auf die mechanische Sicherung von Haus- und Wohnungstüren sowie von Fenstern und Fenstertüren zu legen. Bauelemente werden nach DIN EN 1627 in Widerstandsklassen von RC 1 bis RC 6 eingeteilt. Die Klassen berücksichtigen unter anderem die eingesetzten Werkzeuge, das angenommene Täterverhalten und die Widerstandsdauer im Prüfverfahren. Je höher die Widerstandsklasse, desto mehr Sicherheit bietet das Bauelement.
Für leicht erreichbare Fenster und Fenstertüren empfiehlt die Polizei geprüfte und zertifizierte Elemente ab der Widerstandsklasse RC 2. Die dabei häufig eingesetzte Pilzkopfverriegelung kann den mechanischen Schutz verbessern. Sie besteht aus rundlich geformten Verriegelungszapfen am beweglichen Flügel des Fensters. Beim Schließen greifen diese Zapfen in passende Schließbleche im Fensterrahmen. Dadurch lässt sich das Fenster deutlich schwerer aushebeln als ein Fenster mit einfachen Rollzapfen.
Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen
Ein einbruchhemmendes Fensterglas oder eine nachträglich aufgebrachte Sicherheitsfolie verzögern Einbrüche ebenfalls wie abschließbare Fenstergriffe Für Haus- und Wohnungstüren gilt: Die Grundkonstruktion muss widerstandsfähig sein. Sonst kann die Tür einfach aus der Verankerung gerissen werden. Bei Nachrüstungen sollten Türrahmen, Türblatt, Beschlag, Schloss und Schließblech aufeinander abgestimmt sein. Aber auch einfache Maßnahmen wie ein Panzerriegelschloss oder ein Sperrbügel über die gesamte Tür- oder Fensterbreite sind für Eindringlinge ein zusätzliches Hindernis. Laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e. V. (KFN) sind nur in 20 Prozent der Fälle die Bewohner während eines Einbruchs zu Hause. Daher ist es sinnvoll, Anwesenheit zu simulieren, besonders in der dunklen Jahreszeit. Zeitschaltuhren im Innenraum leisten gute Dienste, werden aber zunehmend durch smarte Leuchtmittel ersetzt. Sie lassen sich über eine App an- und ausschalten. Natürlich bieten Rollläden ebenfalls zusätzlichen Schutz. Eine Zeitautomatik oder eine smarte Steuerung lässt sie bei Abwesenheit hoch- und runterfahren und es entsteht der Eindruck, dass jemand im Haus ist.
FF