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Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg warnt vor Grundsteuererhöhung

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Grundsteuer
Grundsteuererhöhung? | (c)iStock/BeritK
Grundsteuer kann Haushaltslöcher nicht stopfen

"Wir nehmen die Lage der Stadt durchaus ernst", so Hauptgeschäftsführer Markus Gelderblom vom Eigentümerverband Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg. "Wer aber die Grundsteuer als Antwort auf ein Defizit dieser Größenordnung ins Spiel bringt, verspricht sich davon etwas, das sie nicht leisten kann. Das Grundsteuer-Messbetragsvolumen in Bonn liegt bei rund 13,9 Millionen Euro. Das heißt: 100 Hebesatzpunkte bringen der Stadt etwa 14 Millionen Euro im Jahr. Der Einsparbedarf allein für 2027 ist nach Angaben der Verwaltung dreistellig. Um ihn über die Grundsteuer zu schließen, müsste der Hebesatz von 680 auf etwa 1.400 Prozent steigen. Das wird hoffentlich niemand auch nur ernsthaft erwägen." Aus diesem Grunde sei die Grundsteuer auch kein Sanierungsinstrument, sondern allenfalls ein Symbol, führt Gelderblom weiter aus. Die eigentliche Arbeit liege bei den Projekten, die die Verwaltung in ihrer Pressemitteilung vom 15.7.2026 selbst benannt habe: 750 Millionen Euro Stadthaus-Areal, mindestens 450 Millionen für die Bühnen, 100 Millionen für die Bäder, rund eine Milliarde für den ÖPNV. "Dass der Verwaltungsvorstand hier endlich priorisiert, begrüßen wir ausdrücklich. Diesen Weg muss die Stadt zu Ende gehen, bevor über Steuern gesprochen wird", betont Gelderblom, der zudem darauf hinweist, dass eine Grundsteuererhöhung nicht nur zu einer Belastung der Eigentümer führe, sondern de facto zu einer Mieterhöhung per Ratsbeschluss und zwar ohne Modernisierung, ohne Gegenleistung, an Mietspiegel und Kappungsgrenze vorbei. Sie treffe jeden Bonner Haushalt: Mieter, Selbstnutzer, Rentner mit abbezahltem Haus und Einzelhändler. Haus & Grund kritisiert zudem den Zeitpunkt: Die Bonner Eigentümer erhalten in diesen Tagen die lange zurückgestellten Bescheide für 2026; Mitte August werden drei Quartale auf einen Schlag fällig. Zugleich ist der Hebesatz für Wohngrundstücke 2026 bereits von 657 auf 680 Prozent gestiegen. "Wer in diese Situation hinein weitere Erhöhungen andeutet, beschädigt Vertrauen, zumal der genehmigte Doppelhaushalt 2025/26 ausdrücklich Aufkommensneutralität bei der Grundsteuer zugesagt hatte", so Gelderblom.

MG