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Gebühren steigen trotz „Anleihen“ bei Rücklagen

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Kläranlage Bonn Nord
Abwasserbeseitigung wird immer teurer, hier die Kläranlage Bonn-Nord | ©H&G
Teuerungswelle ungebrochen

Die Teuerungswelle bei Straßenreinigung, Abfall, Abwasser läuft ungebrochen. Der Stadtrat hat die Gebührensätze für 2026 beschlossen. Die Gebühren werden aufgrund höherer Finanzbedarfe steigen, wie beispielsweise höhere Ausgaben für Personal und Material. Grundsätzlich gilt für die Gebührensätze das Kostendeckungsprinzip: Das Gebührenaufkommen soll die Kosten in der Regel decken, darf diese jedoch nicht übersteigen.

Straßenreinigung: Der Gebührenbedarf – abzüglich des Anteils der Stadt – wird im Jahr 2026 von 9,89 Millionen Euro im Jahr 2025 auf etwa 10,3 Millionen Euro anwachsen. Daher müssen die Gebühren für die Straßenreinigung bei den regulären Straßen je nach Straßenart zwischen 25 und 36 Cent und bei den Straßen mit erhöhtem Reinigungsaufwand (Reinigungsklasse D) zwischen 35 und 51 Cent je Frontmeter angehoben werden. Bei einem Einfamilienhaus mit 15 Metern Frontlänge, Anliegerstraße und wöchentlicher Reinigung steigt die Jahresgebühr um 5,40 Euro - von 115,20 auf 120,60 Euro. Das entspricht einer Erhöhung von knapp 4,7 Prozent.

Abfallentsorgung: Bei der Abfallentsorgung wird der Gebührenbedarf für 2026 gegenüber 2025 um 3,5 Millionen Euro höher liegen – bei rund 51,5 Millionen Euro. Auch hier schlagen steigende Personal- und Materialkosten zu Buche. Damit die Gebühren nicht zu stark steigen, werden aus einer Überdeckung aus dem Jahr 2023 in Höhe von 2,25 Millionen Euro rund 950.000 Euro zur Abdeckung des höheren Gebührenbedarfs genutzt (die restlichen Mittel sollen 2027 eingesetzt werden, um die Gebühren möglichst stabil zu halten). Somit müssen für die Entsorgung der Restmülltonnen ab 1. Januar 2026 durchschnittlich 4,06 Prozent mehr gezahlt werden. Für eine 4-köpfige Familie mit einer 120 Liter-Restmüll-Tonne, 14-tägliche Leerung, steigt die Jahresgebühr von bisher 263,83 auf 274,53 Euro.

Abwasserbeseitigung: Für 2026 wird bei der Abwasserbeseitigung mit Kosten von knapp 100 Millionen Euro gerechnet, 7,9 Millionen mehr als 2025. Darüber hinaus gibt es aus dem Jahr 2023 eine Unterdeckung in Höhe von 11,5 Millionen Euro, von der 2025 bereits 3,9 Millionen Euro in die Kalkulation eingestellt wurden und nun auch im Jahr 2026 weitere 3,9 Millionen Euro eingestellt werden (die verbleibenden 3,7 Millionen Euro werden im Jahr 2027 berücksichtigt). Gebührenmindernd wirken sich eine Rückzahlung der Abwasserabgabe über knapp 562.000 Euro aus sowie die Auflösung einer Rückstellung der Energiepreisbremse aus dem Jahr 2023 in Höhe von circa 1,2 Millionen Euro aus.

Diese Faktoren führen dazu, dass gegenüber dem Jahr 2025 die Gebührensätze für das Schmutzwasser zum 1. Januar 2026 um 6,48 Prozent bzw. 21 Cent auf 3,45 Euro pro Kubikmeter und die Gebühren für die Niederschlagsentwässerung um 6,08 Prozent bzw. 9 Cent auf 1,57 Euro pro Quadratmeter angehoben werden müssen.

Bei einer vierköpfigen Familie mit einem Frischwasserverbrauch von 150 Kubikmetern und einem Hausgrundstück mit einer bebauten und befestigten Fläche von 120 Quadratmetern steigen die Abwassergebühren von bisher 663,60 auf 705,90 Euro im Jahr 2026. Dies entspricht insgesamt einer prozentualen Mehrbelastung von 6,37 Prozent.

Bescheide über Grundbesitzabgaben werden im Januar zugestellt

Die neuen Gebührensätze für Straßenreinigung, Abfall und Abwasser sind Teil der Bescheide über die Grundbesitzabgaben, die die Stadtverwaltung voraussichtlich mit Datum vom 20. Januar 2026 an die Immobilien-Eigentümerinnen und -eigentümer versenden wird.

FF