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Banner Raus aus dem Stau

Verkehrskampagne der Bonner Wirtschaft

VORFAHRT VERNUNFT

Kampagne für bessere Mobilität in Bonn

Zu viele Staus, zu wenig Baustellen-Koordination, eingeschränkte Erreichbarkeit von Gewerbestandorten, fehlende Ladezonen – das sind aus Sicht der gewerblichen Wirtschaft die drängendsten Verkehrsprobleme in der Region. Deshalb geben die Wirtschaftsorganisationen in Bonn/Rhein-Sieg den Startschuss zu einer breit angelegten Verkehrskampagne mit dem Slogan „VORFAHRT VERNUNFT“. Zu den Initiatoren zählen die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, Kreishandwerkerschaft BonnRhein-Sieg, Handwerkskammer zu Köln, Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg, Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen und City-Marketing Bonn.

Vorfahrt Vernunft soll den Blick von Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit auf die schwierige Verkehrssituation lenken und Verbesserungen für die regionale Wirtschaft erzielen. „Die Kampagne richtet sich ausdrücklich nicht gegen eine Verkehrswende, sondern steht für eine Verkehrswende, aber durchdacht“, teilen die Initiatoren mit. Und weiter: „Wir wollen durch vernünftige und konstruktive Vorschläge erreichen, dass weniger Staus entstehen, Baustellen besser koordiniert und Liefer- und Ladezonen ausgeweitet werden.“ In der kommenden Zeit machen die Initiatoren von Vorfahrt Vernunft mit einer eigenen Website, Großplakaten und Plakaten in Schaufenstern, Aufklebern auf Autos, Anzeigenwerbung und Social-Media-Posts auf ihr gemeinsames Anliegen aufmerksam.

Erst im Frühjahr 2023 zeigte eine breit angelegte Umfrage der IHK und der Kreishandwerkerschaft bei ihren Mitgliedern, wie groß die Unzufriedenheit inzwischen ist. So haben sich für 73 Prozent der Betriebe die Verkehrsbedingungen für Pkws und Lkws in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert. Über vier von fünf Betrieben sind jedoch auf Pkws angewiesen und können nicht auf andere Verkehrsmittel ausweichen. 40 Prozent befürchten Einkommenseinbußen wegen der Verkehrslage, für sieben Prozent ist die Situation sogar existenzbedrohend.

Dirk Vianden, Vorsitzender Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg

Stellungnahme von Dirk Vianden, Vorsitzender Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg, zur gemeinsamen Kampagne der Bonner Wirtschaft:

Unsere gemeinsame Kampagne ist keine Kriegserklärung. Sie ist Aufforderung, auf einem Weg der Vernunft zurückzukehren. Sie ist ein weiteres Mal Angebot an die Oberbürgermeisterin, die Ratsmehrheit und die Stadtverwaltung, mit allen zu reden, nicht nur mit dem ADFC. Haus & Grund will eine friedliche Mobilitätsreform. Ein Miteinander der Interessengruppen, kein Gegeneinander. Das Zeitalter der Alleinherrschaft des Automobils ist zu Ende. Wir brauchen bessere Infrastruktur für Fußgänger, Bus- und Bahnfahrgäste, Radler. Das aber muss im Gleichklang geschehen. Dazu muss auch niemand andere vor den Kopf stoßen. Haus & Grund sagt klar Nein zu einer Politik der Autoverdrängung um jeden Preis und zu einer Rhetorik, die die autofahrende Bevölkerung zum neuen Feindbild macht oder die einen völlig unberechtigten Götzendienst gegenüber der Fahrradgesellschaft betreibt.

Das Gefühl verbreitet sich, dass statt Zusammenarbeit Aggression, ja Spaltung unserer Stadtgesellschaft gesät wird. So einfach mal 700 Parkplätze vor allem in parkplatzarmen, dicht besiedelten Wohngebieten zu streichen, ist ebenso radikal wie falsch. Eine Stadtpolitik, die Konflikte dort fördert, wo wir Konsens brauchen, muss beendet werden. Um der Sache Willen und im Interesse der Menschen. Das gilt auch für Haus & Grund-Mitglieder, die in ihren unterschiedlichen beruflichen Ausprägungen auch auf das Automobil angewiesen sind. Busse und Bahnen sind unverzichtbar. Aber sie sind kein Allheilmittel.

Wer die bisher vierspurige Adenauerallee für Autofahrer halbieren und die Fläche für Radfahrer verdoppeln will, muss erklären, warum den Radlern die jeweils keine 100 Meter, ich wiederhole, keine 100 Meter entfernten Wege am wunderschönen Rheinufer mit breiten Fahrradstraßen und die Fahrradwege auf der Kaiserstraße nicht ausreichen, um als Nord-Süd-Verbindung für Zweiräder gut zu funktionieren.

Probleme zu lösen, indem man neue schafft, ist kein Ausdruck von "Regierungskunst".

An vielen Stellen, vor allem in der City, wird am Verkehr herumgebastelt, manches wird zu viel, zu schnell gewollt. Wenn völlig Neues entsteht, kann es nach unserer mehr oder weniger ausgeprägten Lebenserfahrung nicht schaden, auszuprobieren, zu testen. Am Wanderslebring sind die Umweltspuren eingerichtet worden mit der festen Absicht, nach Ablauf einer überschaubaren Frist zu prüfen, was sie gebracht haben. Falls nichts oder wenig, wir werden sehen, ob die Politik selbstbewusst genug ist, eigene Fehler zu korrigieren.

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Initiatoren Verkehrskampagne der Bonner Wirtschaft
Initiatoren und Unterstützer - v.l. n. r.: Oliver Krämer, Dr. Hubertus Hille, Thomas Radermacher, Christian Faßbender, Stephanie Barfrede, Dirk Vianden, Mathias Johnen, Karina Kröber, Siwar Racho, Stefan Hagen und Jannis Vassiliou.
Foto: Bonn.digital / Marc John
 

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