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Farben

Thema des Monats - Mai 2024

Änderung der Fassadenfarbe in einer Gemeinschaft von Wohnungseigentümer 

In Wohnungseigentümergemeinschaften treten oft verschiedene Fragestellungen auf, darunter die Neugestaltung der Außenfassade, bei der der Wunsch einzelner Eigentümer nach einer anderen Fassadenfarbe aufkommen kann. Hierbei sollten jedoch folgende Aspekte beachtet werden: 

Nach dem Wohnungseigentumsgesetzes (§ 20 Abs 1 WEG) bedürfen Beschlüsse über bauliche Veränderungen, wie die Änderung der Fassadenfarbe, grundsätzlich der Zustimmung aller Eigentümer. Eine Änderung der Fassadenfarbe wird vom Bayerischen Oberlandesgericht als bauliche Veränderung betrachtet, insbesondere bei signifikanter Veränderung der Farbgestaltung. Was eine erhebliche Farbänderung ausmacht, hängt von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise die bisherige Farbe, die Farbe der umliegenden Häuser oder kommunale Vorgaben. Bei einer gerichtlichen Feststellung führt das erkennende Gericht eine Einzelfallabwägung durch, die die Grundrechte aller betroffenen Eigentümer gegeneinander abwägt. Dabei werden nur geringfügige Beeinträchtigungen außer Betracht gelassen. Ein wichtiges Kriterium kann sein, ob die ursprüngliche Fassadengestaltung ein einheitliches, ruhiges und neutrales Erscheinungsbild vermittelte. 

Ferner besteht die Möglichkeit einer Ausnahme von der Einstimmigkeit, etwa durch Regelungen in der Teilungserklärung oder Vereinbarungen in Versammlungen mit qualifizierter Mehrheit. Fehlen solche Klauseln, erfordert die Ablehnung einer Farbänderung die einstimmige Zustimmung aller Eigentümer.