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Thema des Monats - Juli 2026

Grenzen beim Spielen von Musikinstrumenten

Trompete

Der Fall: Die Parteien sind Nachbarn in zwei Reihenhäusern. Der beklagte Nachbar ist Musiker und übt bis zu 180 min täglich Trompete, dabei nutzt er das Erdgeschoss sowie einen Raum auf dem Dach. Außerdem gibt er zusätzlich zwei Stunden wöchentlich Trompetenunterricht in seinem Haus. Je nachdem, wo im Haus der Beklagte sein Instrument spielt, ist das Trompetenspiel im Haus der Kläger in Zimmerlautstärke wahrnehmbar. Das möchten die betroffenen Nachbarn so nicht hinnehmen und klagen. Sie möchten erreichen, dass das Trompetenspiel in ihrem Haus künftig nicht mehr wahrnehmbar ist.

Die Entscheidung: Das Amtsgericht hatte im Sinne der Kläger entschieden. Das Landgericht war dem beklagten Musiker hingegen freundlicher gestimmt und begrenzte das Trompeten auf maximal zehn Stunden werktags sowie an maximal acht Samstagen oder Sonntagen im Jahr für jeweils eine Stunde zwischen 15 und 18 Uhr. Außerdem dürfe kein Musikunterricht gegeben werden und nur im Dachgeschoss geübt werden. Hiermit war weder der Musiker noch seine genervten Nachbarn einverstanden, sodass sich der Bundesgerichtshof nun mit der Frage beschäftigen musste. Dieser reagierte noch etwas freundlicher auf das Trompetenspiel als das Landgericht. Er stellte klar, dass der musizierende Nachbar auch in anderen Räumen als dem Dachgeschoss spielen dürfe und auch Musikunterricht geben kann, solange dadurch nicht mehr Beeinträchtigungen als beim Spielen allein zu erwarten sind. Der Nachbar könne keine völlige Stille erwarten, da Musizieren grundsätzlich sozialadäquates Verhalten darstellt. Dabei sei es auch unerheblich, ob es sich um einen Berufsmusiker oder einen Laien handelt. Konkrete zeitliche Grenzen wollte der BGH nicht festlegen, sondern überlies dies dem Landgericht, dass sich erneut mit dem Fall beschäftigen musste.

Anmerkung: Der Fall zeigt, wie unterschiedliche Bedürfnisse in der Nachbarschaft zu Problemen führen und wie schwierig es im Einzelfall sein kann klare objektive Regeln zu finden, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden.