Haus & Grund zur Erbschaftsteuer; Private Vermieter nicht vergessen!
Der schleswig-holsteinische Landtag hat gestern über das Thema Erbschaftsteuer diskutiert. Die SPD hat eine Reform der Erbschaftsteuer gefordert.
Das kommentierte der Vorstandsvorsitzende des Grundeigentümerverbandes Haus & Grund Schleswig-Holstein, Alexander Blažek, folgendermaßen:
„Private Kleinvermieter dürfen bei einer Reform der Erbschaftsteuer nicht vergessen werden. Die Politik diskutiert in erster Linie über die Belastung von Unternehmen. Dabei bildet diese Vermietergruppe das Rückgrat des Wohnungsmarktes und entspricht den mittelständischen Unternehmen in Handwerk und Industrie. Private Kleinvermieter bieten circa zwei Drittel aller Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt an.
Ein kleines Mehrfamilienhaus ab 4 oder 5 Wohnungen in guter Lage überschreitet die vorgesehene Freigrenze von 1 Million Euro nämlich schnell. Der Vorstoß der SPD soll den großen Vermögen gelten und trifft die Falschen. Immobilienkonzerne wie Vonovia und andere rein renditeorientierten Investmentfonds haben enorme Vermögen und sind überhaupt nicht betroffen, weil sie gar keine Erbschaftsteuer zahlen müssen. Die SPD sollte ihre Hausaufgaben – im wahrsten Wortsinne – gründlicher machen. Das vorgelegte Konzept zur Reform der Erbschaftsteuer verdient aus Sicht von Haus & Grund leider nur die Note „ungenügend“.
Der Aufwand für die Erbschaftsteuer würde für Investitionen in die Immobilie, zum Beispiel für die energetische Modernisierung, fehlen. Für private Kleinvermieter ist das Ziel der Klimaneutralität eine große Herausforderung. Wenn dann noch die Erbschaftsteuer on top kommt, bleibt für den Erben oft nur der Verkauf. Das wäre eine fatale Entwicklung, weil diese Wohngebäude dann in die Hände von Investoren kommen, die oftmals nicht vor Ort sind. Private Kleinvermieter hingegen engagieren sich für ihren Kiez und gehen verantwortlich mit ihren Mietern um. Mit anderen Worten, unsere Mitglieder leben die gern zitierte Sozialpflichtigkeit des Eigentums.“
Haus & Grund Schleswig-Holstein vertritt die Interessen der privaten Grundeigentümer und hat landesweit über 74.000 Mitglieder. Privaten Grundeigentümern gehören rund 80 Prozent aller Wohnimmobilien.
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Alexander Blažek