Landesverbandstag 2026
Klare Beschreibung der Lage und Vorschläge zur Problemlösung
Landesverbandstag mit hohem Gesprächsniveau auf dem Podium
Das sonnige Wetter an der Kieler Hörn schien auf die Anwesenden ausgestrahlt zu haben: Der Landesverbandstag 2026 bescherte Haus & Grund Schleswig-Holstein gut aufgelegte Gäste auf dem Podium und zufriedene Gesichter bei den zahlreich erschienenen Mitgliedern. Kein Wunder, denn sowohl der Veranstaltungsort – die Kieler Halle 400 – als auch die Inhalte dieses „Hochamts“ von Haus & Grund Schleswig-Holstein hinterließen nachhaltige Eindrücke.
Maßgeblich dazu beigetragen haben die Gesprächspartner von NDR-Moderator Christopher Scheffelmeier. Nach dem Grußwort von Landtagspräsidentin Kristina Herbst diskutierten Kiels frisch gewählter Oberbürgermeister Dr. Samet Yilmaz gemeinsam mit Sönke Bergemann von Haus & Grund Kiel, der für Wohnungsbau zuständige Innenstaatssekretär Dr. Frederik Hogrefe, der Präsident von Haus & Grund Deutschland Dr. Kai Warnecke sowie die Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann in ebenso lockeren wie aufschlussreichen Gesprächsrunden.
Krisen, Krieg und Hoffnung
Während es in den ersten Gesprächsrunden vor allem um Stadtentwicklung, Wohnungsbau und Mietrecht ging, richtete Marie-Agnes Strack-Zimmermann den Blick auf die Krisen in Europa und der Welt – in ihrer gewohnt entschlossenen Art. Besonders hob sie den Ukrainekrieg sowie die Bedeutung Schleswig-Holsteins als Bundeswehrstandort hervor.
Gleichzeitig wandte sie sich gegen eine übertriebene Ängstlichkeit und die, wie sie sagte, „ewige Miesepeterei“ im Land:
„Wir sind ein tolles Land in einer tollen EU, in dem es sich hervorragend leben lässt. Dafür sollte man auch mal dankbar sein.“
Wohneigentum bleibt zentrale Herausforderung
Wohnungspolitisch bleibt allerdings weiterhin viel zu tun. Dies machten Verbandsvorsitzender Alexander Blažek und ZV-Präsident Dr. Kai Warnecke deutlich. Dass beide in ihrer Einschätzung eng beieinanderlagen, überraschte niemanden.
Der „echte Norden“ sei seit einigen Jahren kein Eigentümerland mehr. Die Eigentumsquote in Schleswig-Holstein sei auf 45,7 Prozent gesunken – mit erheblichem sozialen Sprengstoff. Für viele Normalverdiener werde der Traum von den eigenen vier Wänden zunehmend unerreichbar. Gleichzeitig verschärfe sich dadurch die Situation auf angespannten Wohnungsmärkten.
„Das Eigenheim ist nach wie vor die beste Altersvorsorge. Wer in den eigenen vier Wänden wohnt, braucht sich im Alter keine Sorgen darüber zu machen, ob die Rente für die Miete reicht“, betonte Blažek. Deshalb solle die schwarz-grüne Landesregierung den Mut haben, eine Eigenheimzulage einzuführen.
Innenstaatssekretär Dr. Frederik Hogrefe zeigte sich hierbei allerdings zurückhaltend – insbesondere aus fiskalischen Gründen.
Klimaneutralität und Energieberatung
Trotz der Unsicherheiten rund um das Heizungsgesetz sei Schleswig-Holstein im Vergleich zu anderen Bundesländern besser aufgestellt, so Blažek weiter. Mit dem Förderprogramm „Energieberatung“ der Landesregierung könnten Hauseigentümer ihren Weg zur Klimaneutralität bis 2040 individuell gestalten.
Das von Haus & Grund angebotene Beratungsprogramm solle insbesondere klären, ob sich der Einsatz einer Wärmepumpe im jeweiligen Einzelfall wirtschaftlich lohnt.
„Wer nach einem Heizungsaustausch mit Strom, Nah- oder Fernwärme heizt, wird klimaneutral und unabhängig von fossilen Energieträgern wie Erdgas oder Heizöl.“
Kritik an der CO₂-Abgabe
Deutlich kritischer äußerte sich ZV-Präsident Kai Warnecke zur aktuellen Regelung der CO₂-Abgabe und zur Beteiligung der Vermieter an den Kosten. Insgesamt werde die von Mieterbundinteressen geprägte Politik der Bundesregierung langfristig negative Auswirkungen haben – insbesondere auf die Investitionsbereitschaft im Wohnungsbau.
Damit blieb der Landesverbandstag nicht nur eine hochkarätig besetzte Veranstaltung, sondern bot den Mitgliedern auch eine klare Analyse der aktuellen Lage sowie konkrete Ansätze zur Problemlösung.