Gut abgesichert durch Herbst und Winter - Was Haus- und Grundbesitzer jetzt beachten sollten
Wenn die Tage kürzer werden, das Laub fällt und die Temperaturen sinken, beginnt für Haus- und Grundbesitzer eine besonders verantwortungsvolle Zeit. Herbst und Winter bringen nicht nur gemütliche Stunden am Kamin, sondern auch zahlreiche Risiken für Haus, Grundstück und Bewohner. Ob Sturm, Frost oder Glätte – jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den eigenen Versicherungsschutz zu prüfen und sicherzustellen, dass sowohl Gebäude- als auch Haushaltsversicherung sowie die private Haftpflicht auf dem aktuellen Stand sind.
1. Gebäudeversicherung – Schutz vor den Kräften der Natur
Die Wohngebäudeversicherung ist das Herzstück jeder Absicherung für Immobilieneigentümer. Sie deckt Schäden am Haus selbst ab – also an Dach, Fassade, Leitungen und festen Bestandteilen des Gebäudes.
Im Herbst und Winter steigt die Gefahr von Schäden durch Sturm, Hagel, Schnee und Frost erheblich. Besonders wichtig ist hier die sogenannte erweiterte Elementarschadenversicherung. Sie schützt zusätzlich vor Naturgefahren wie:
• Überschwemmung durch Starkregen oder Schneeschmelze
• Rückstau aus dem Kanal
• Lawinen, Schneedruck und Frostsprengungen
• Erdrutsch oder Erdbeben
Gerade im Winter kann schwerer, nasser Schnee auf Dächern erhebliche Schäden verursachen. Kommt es zu einem Einsturz oder einer Beschädigung der Dachkonstruktion, sind die Reparaturkosten schnell enorm. Eine umfassende Gebäudeversicherung deckt solche Risiken zuverlässig ab.
Tipp: Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihr Versicherungswert (Neuwert des Gebäudes) noch aktuell ist – steigende Baupreise können im Schadenfall sonst zu einer Unterversicherung führen.
2. Hausratversicherung – Sicherheit für das Inventar
Auch im Inneren des Hauses drohen in der kalten Jahreszeit Gefahren. Gefrorene und geplatzte Leitungen, Schmorbrände durch Heizgeräte oder Kurzschlüsse bei Weihnachtsbeleuchtung können schnell großen Schaden anrichten.
Die Hausratversicherung ersetzt den finanziellen Verlust für Möbel, Elektrogeräte, Kleidung und Wertgegenstände – zum Neuwert.
Versichert sind in der Regel Schäden durch:
• Feuer (z. B. Brand, Blitzschlag, Explosion)
• Leitungswasser (z. B. geplatzte Rohre bei Frost)
• Sturm und Hagel
• Einbruchdiebstahl und Vandalismus
Achten Sie darauf, dass auch Wertsachen ausreichend versichert sind – insbesondere, wenn teurer Schmuck oder elektronische Geräte im Haushalt sind.
3. Haftpflichtversicherung – unerlässlich im Winter
Die private Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Policen überhaupt. Sie schützt vor finanziellen Folgen, wenn Sie anderen einen Schaden zufügen – sei es durch Unachtsamkeit oder unterlassene Pflichten.
Im Winter spielt hier besonders die Verkehrssicherungspflicht eine Rolle. Eigentümer und Mieter sind verpflichtet, Gehwege und Zufahrten bei Schnee und Eis rechtzeitig zu räumen und zu streuen.
Kommt jemand zu Fall, haftet der Eigentümer für mögliche Verletzungen oder Folgeschäden.
Die Haftpflichtversicherung übernimmt in solchen Fällen:
• Personenschäden (z. B. Schmerzensgeld, Heilkosten, Verdienstausfall)
• Sachschäden (z. B. beschädigte Kleidung, Mobiltelefone)
• Vermögensschäden (z. B. Verdienstausfall durch Verletzung)
Zusätzlich prüft sie, ob eine tatsächliche Haftung besteht – unberechtigte Forderungen werden abgewehrt.
4. Auch unterwegs gut geschützt – Winterurlaub und Skifahren
Nicht nur auf dem eigenen Grundstück lauern Gefahren: Wer in den Winterurlaub fährt, sollte auch an den passenden Versicherungsschutz denken.
Beim Skifahren oder Snowboarden kann schnell ein Unfall passieren – sei es durch einen Sturz oder durch einen Zusammenstoß mit anderen Wintersportlern.
Die Privathaftpflichtversicherung kommt auch hier zum Tragen, wenn Sie einen anderen verletzen oder dessen Ausrüstung beschädigen.
Ergänzend ist eine Unfallversicherung oder Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll, um die eigenen Risiken abzudecken. Diese übernehmen Kosten für Bergung, Rücktransport und medizinische Behandlung im Ausland.
5. Praktische Tipps zur Schadensvermeidung
Neben der passenden Versicherung ist auch vorbeugendes Handeln entscheidend:
• Dachrinnen regelmäßig reinigen, um Frostschäden durch stehendes Wasser zu vermeiden
• Außenwasserhähne entleeren und absperren
• Schneelasten auf Flachdächern und Carports rechtzeitig entfernen
• Heizungsanlage regelmäßig warten lassen
• Gehwege und Einfahrten bei Schnee und Glätte sichern
• Im Urlaub Nachbarn oder Hausverwaltung um Kontrolle bitten
6. Fazit: Vorsorge ist besser als Nachsorge
Herbst und Winter bringen viele Herausforderungen für Haus- und Grundbesitzer – von Sturm bis Schneefall, von Frost bis Haftungsfällen auf glatten Wegen. Wer rechtzeitig seinen Versicherungsschutz prüft und gegebenenfalls ergänzt, kann der kalten Jahreszeit entspannt entgegensehen.
Eine solide Kombination aus Wohngebäude-, Hausrat- und Haftpflichtversicherung sorgt dafür, dass alle wesentlichen Risiken abgedeckt sind – und Sie sowohl zuhause als auch im Winterurlaub rundum abgesichert sind.
Empfehlung:
Lassen Sie Ihre Policen regelmäßig von Ihrem Versicherungsberater prüfen. Kleine Anpassungen im Vertrag können im Schadenfall große finanzielle Belastungen verhindern.