Müllgebührenranking 2026: Bremen und Bremerhaven bleiben Belastungsschwerpunkte
Die heute veröffentlichten Ergebnisse des Müllgebührenrankings 2026 von Haus & Grund Deutschland und dem Institut der deutschen Wirtschaft zeigen erneut, dass die kommunalen Wohnnebenkosten in Bremen und Bremerhaven zu hoch sind. Während Bremen im bundesweiten Vergleich der 100 größten Städte lediglich Rang 67 erreicht, landet Bremerhaven sogar auf Platz 92 und gehört damit zu den Städten mit den höchsten Müllgebühren Deutschlands.
„Die Diskussion über bezahlbares Wohnen konzentriert sich häufig ausschließlich auf die Kaltmiete. Dabei geraten die kommunalen Gebühren immer stärker zu einem Kostentreiber für Eigentümer und Mieter. Das aktuelle Ranking zeigt, dass Bremen und insbesondere Bremerhaven hier weiterhin erheblichen Nachholbedarf haben“, erklärt Ingmar Vergau, Geschäftsführer des Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Besonders kritisch bewertet Haus & Grund die Entwicklung in Bremerhaven. Die Seestadt hat sich gegenüber dem Ranking 2022 nochmals verschlechtert und ist von Platz 80 auf Platz 92 zurückgefallen. Eine vierköpfige Musterfamilie muss dort für die Müllentsorgung bei einem 14-tägigen Teilservice jährlich 525,70 Euro bezahlen. Damit belegt Bremerhaven in dieser Kategorie sogar den letzten Platz aller untersuchten Städte.
„Wer in Bremerhaven lebt, zahlt für die Müllentsorgung inzwischen Beträge, die bundesweit zur absoluten Spitzengruppe gehören. Das ist den Bürgerinnen und Bürgern kaum noch vermittelbar. Der Senat und die kommunalen Entscheidungsträger müssen erklären, warum die Kosten hier so deutlich über dem Niveau vieler anderer Städte liegen“, so Vergau.
Aber auch Bremen kann nach Auffassung von Haus & Grund nicht zufrieden sein. Mit Rang 67 liegt die Stadt lediglich im unteren Drittel des Rankings. Die Musterfamilie zahlt hier für den 14-tägigen Teilservice jährlich 330,90 Euro. Während zahlreiche Städte ihre Gebührenstrukturen modernisieren und effizienter gestalten, gelingt es Bremen nicht, sich im bundesweiten Vergleich entscheidend zu verbessern.
„Die Müllgebühren sind keine Nebensächlichkeit. Sie sind Bestandteil der Wohnkosten und treffen Eigentümer wie Mieter gleichermaßen. Wer ernsthaft über bezahlbares Wohnen spricht, darf die kommunalen Gebühren nicht ausblenden. Jeder zusätzliche Euro bei Müll, Abwasser oder Grundsteuer erhöht die Belastung der Haushalte“, betont Vergau.
Das Müllgebührenranking zeigt zudem, dass die Unterschiede zwischen den Kommunen erheblich sind. Während die Musterfamilie im Spitzenreiter Flensburg lediglich 162,60 Euro pro Jahr für die Müllentsorgung zahlt, fallen in Bremerhaven mehr als drei Mal so hohe Kosten an. Bundesweit sind die Müllgebühren in den vergangenen vier Jahren durchschnittlich um rund 13 Prozent gestiegen.
„Die Ergebnisse belegen, dass hohe Gebühren keineswegs zwangsläufig sind. Andere Städte zeigen, dass eine bürgerfreundliche und kosteneffiziente Abfallwirtschaft möglich ist. Bremen und Bremerhaven sollten diese Beispiele sorgfältig analysieren und daraus Konsequenzen ziehen. Die Bürger haben Anspruch auf Transparenz und Wirtschaftlichkeit bei kommunalen Gebühren“, fordert Vergau abschließend.
Haus & Grund Bremen wird die Entwicklung der kommunalen Wohnnebenkosten auch künftig kritisch begleiten. Gerade in Zeiten steigender Bau-, Sanierungs- und Energiekosten dürften die Städte und Gemeinden die Belastbarkeit von Eigentümern und Mietern nicht aus dem Blick verlieren.
Haus & Grund Landesverband Bremen e.V.
Der Haus & Grund Landesverband Bremen e.V. vertritt die Interessen von mehr als 7.500 privaten Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümern im Land Bremen. Die privaten Eigentümer stellen den überwiegenden Teil des Mietwohnungsbestandes in Bremen und Bremerhaven und sind ein unverzichtbarer Partner für die Wohnraumversorgung.