Klimafreundliche Wärmemodelle für Bremen und Bremerhaven
Wärmeversorung von Wohnquatieren
Am 17. Februar 2026 hatte der Haus & Grund Landesverband Bremen e.V. seine Mitglieder im Anschluss an seine Vorstandssitzung zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ins Vegeloft in Bremen-Nord eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Wohnquartiere in Bremen und Bremerhaven künftig klimafreundlich, wirtschaftlich und rechtssicher mit Wärme versorgt werden können.
Als Referent stellte Philipp Metz das Konzept der ErdwärmeDich Anergienetze eG vor. In seinem Vortrag erläuterte er anschaulich, wie genossenschaftlich organisierte Nahwärmenetze auf Basis von Erdwärme (Anergienetze/Kaltnetze) funktionieren und welche Chancen sie insbesondere für bestehende Wohnquartiere bieten.
Wärmeversorgung jenseits fossiler Energien
Metz machte deutlich, dass die Wärmewende nicht auf eine einzelne Technologie hinauslaufe. Neben dezentralen Wärmepumpen könnten gerade quartiersbezogene Lösungen eine tragfähige Alternative sein – sowohl in dicht bebauten Stadtteilen als auch in aufgelockerten Wohnlagen in Bremen-Nord, in den Bremer Stadtteilen sowie in Bremerhaven. Er betonte, dass in vielen Quartieren ausreichend Flächen vorhanden seien, um Erdwärmesonden einzusetzen, häufig sogar im öffentlichen Raum.
Technik, Wirtschaftlichkeit und Rechtssicherheit
Ein Schwerpunkt des Abends lag auf den technischen Grundlagen von Anergienetzen: Erdwärmesonden speisen ein Niedertemperaturnetz, an das die einzelnen Gebäude mit eigenen Wärmepumpen angeschlossen werden. Diese Kombination ermögliche eine sehr effiziente Nutzung erneuerbarer Energie bei vergleichsweise niedrigen Betriebskosten.
Ebenso ausführlich ging Metz auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein. Genossenschaftliche Modelle böten den Vorteil, dass Planung, Bau und Betrieb gemeinschaftlich organisiert würden. Förderprogramme könnten genutzt werden, sobald eine ausreichende Zahl von Gebäuden beteiligt sei. Wichtig sei dabei: „Man kann klein anfangen“, so Metz. Auch ein zunächst unvollständiges Netz lasse sich schrittweise erweitern, wenn weitere Eigentümer hinzukämen.
Aus rechtlicher Sicht erläuterte er die Genehmigungs- und Organisationsfragen, die bei der Umsetzung zu beachten sind – von der Nutzung öffentlicher Flächen über wasser- und bergrechtliche Aspekte bis hin zu den Besonderheiten einer Genossenschaft als Trägerstruktur. Gerade diese Rechtsform stieß bei vielen Haus & Grund-Mitgliedern auf großes Interesse, da sie Mitbestimmung, Transparenz und langfristige Stabilität verbinde.
Diskussion mit den Mitgliedern
In der anschließenden Diskussion tauschten sich die Teilnehmenden intensiv über die Umsetzbarkeit in unterschiedlichen Quartieren aus. Deutlich wurde, dass sowohl Einzellösungen mit Wärmepumpen als auch gemeinschaftliche Erdwärmenetze ihren Platz in der künftigen Wärmeversorgung haben können. Entscheidend seien die jeweilige Gebäudestruktur, der Sanierungszustand, die Platzverhältnisse und nicht zuletzt die Bereitschaft der Eigentümer, gemeinsam vorzugehen.
Philipp Metz ermutigte die Mitglieder ausdrücklich, sich frühzeitig zu vernetzen und Quartierslösungen aktiv anzustoßen. Angesichts steigender Energiepreise und wachsender Anforderungen an fossile Heizsysteme werde es immer wichtiger, eigene, zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.
Fazit
Die Veranstaltung machte deutlich: Für Bremen und Bremerhaven gibt es nicht den einen Königsweg der Wärmeversorgung. Vielmehr eröffnet die Kombination aus Wärmepumpen und genossenschaftlich organisierten Erdwärmenetzen realistische Perspektiven für eine klimafreundliche, bezahlbare und rechtssichere Wärmeversorgung. Haus & Grund Bremen sieht sich damit in seiner Rolle bestätigt, seine Mitglieder frühzeitig, praxisnah und technologieoffen über die Optionen der Wärmewende zu informieren.