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Leitartikel aus der Verbandszeitschrift "Das Hauseigentum"

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Mietpreisbremse

Zurück zum DDR-Wohnungsmarkt?

Die Landeshauptstadt Potsdam will im Kampf gegen den Wohnraummangel neue Wege gehen – doch
bei näherem Hinsehen wirken diese erstaunlich vertraut. Mit der Berufung eines Beauftragten für
Wohnfragen setzt die Oberbürgermeisterin nicht auf mehr Neubau, sondern auf die Aktivierung
sogenannten „unsichtbaren Wohnraums“. Der Arbeitsbeginn am 1. April mag wie ein symbolischer
Zufall erscheinen – ein Aprilscherz ist es jedoch nicht, sondern politisch ernst gemeint.

Die als innovativ angepriesene Idee dahinter: Ungenutzte Flächen sollen erschlossen werden. Große
Wohnungen, in denen nach dem Auszug der Kinder Zimmer leer stehen, geraten in den Fokus. Durch
Beratung, Programme wie „Wohnen für Hilfe“ oder „Sicheres Vermieten“ sowie den Aufbau einer
Wohnraumagentur sollen Eigentümer motiviert werden, Wohnraum zu teilen oder wieder dem Markt
zuzuführen. Der Ansatz soll klimafreundlich sein, da er auf Neubau verzichtet und vorhandene
Ressourcen nutzt. Doch neu ist das alles nicht. Ähnliche Programme – vom Wohnungstausch bis zu
Vermittlungsmodellen – wurden in den vergangenen Jahren vielfach und vielerorts erprobt. Der Erfolg
blieb regelmäßig aus oder war allenfalls marginal. Zu groß waren bürokratische Hürden, zu gering die
Bereitschaft vieler Eigentümer, ihre Wohnsituation grundlegend zu verändern. Wohnen ist eben nicht
nur eine Frage von Quadratmetern, sondern auch von Lebensentwürfen, Gewohnheiten, Sicherheit und
gesetzlichen Regelungen.

Der Versuch, Wohnraum stärker umzuverteilen, weckt auch Erinnerungen an frühere Formen
staatlicher Wohnraumlenkung. In der Deutsche Demokratische Republik war Wohnraum knapp und
wurde zentral zugewiesen. Viele Menschen lebten in sogenannten nicht abgeschlossenen Wohnungen
– oft marode Altbauten mit Gemeinschaftsnutzung. Die staatliche Verwaltung regelte Zuteilung und
Mieten, während Investitionen ausblieben und der Verfall fortschritt. Der „neue“ Potsdamer Ansatz ist
vergleichbar: Statt mehr Wohnraum zu schaffen, soll bestehender stärker reguliert und verteilt werden.
Nicht das Angebot soll wachsen, sondern die Verteilung optimiert werden. Hinter dem Ansatz steht die
These, es gebe ausreichend Wohnraum – er sei lediglich falsch verteilt. Vom Zwang und Zuweisung bei
der Verteilung spricht zum Glück noch keiner. Im Ergebnis wird wohl wieder mal mehr verwaltet als
irgendwas gelöst und es bleibt ein Eindruck, der schwer zu ignorieren ist: ein politisches Déjà-vu.
Willkommen in der DDR 2.0 mit der Rückkehr zu einem Wohnungsmarkt, der aufgrund fehlender Kraft
für ausreichend Neubau, mehr auf die Lenkung und Verteilung des vorhandenen setzt.

von Lars Eichert
Landesvorsitzender Haus & Grund Brandenburg

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Lars Eichert
Landesvorsitzender Haus & Grund Brandenburg